Ärzte stellen ELGA vernichtendes Urteil aus

Umfrage in Wien - Klare Ablehnung bei hoher Beteiligung

Wien (OTS) - Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung der Wiener Ärztekammer zum ELGA-Gesetz liegen vor: Mehr als ein Drittel von Wiens Ärztinnen und Ärzten haben demnach ihre Stimme abgegeben. Das Resultat spricht für sich: Satte 95 Prozent sprechen sich gegen das Gesetz zur elektronischen Gesundheitsakte in der von Gesundheitsminister Alois Stöger vorgelegten Form aus. ****

Was auch auffällt: 84 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte halten ein ELGA-System grundsätzlich für keine prioritäre Versorgungsverbesserung. "Bemerkbar ist, dass diese Meinung nicht nur von den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten (Kassenärzte: 90 Prozent, Wahlärzte: 88 Prozent), sondern auch zu 78 Prozent von den Spitalsärzten, die ja viel mit elektronischen Dokumentationssystemen arbeiten müssen, vertreten wird", betont der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart.

Auf besonders breite Ablehnung stößt der von Gesundheitsminister Alois Stöger vorgelegte ELGA-Gesetzesentwurf. Satte 95 Prozent (Kassenärzte: 98 Prozent, Wahlärzte: 96 Prozent, Spitalsärzte: 91 Prozent) sprechen sich gegen den Gesetzesentwurf mit verpflichtender Verwendung von ELGA bei der Behandlung von Patienten aus. "Wir bewegen uns immer mehr weg von der Arzt-Patienten-Kommunikation hin zu einer Arzt-Computer-Kommunikation. Dass ELGA in dieser Form abgelehnt wird, ist also wenig überraschend", betont der Ärztekammer-Vizepräsident.

Auch die Antwort auf die Frage nach der freiwilligen Teilnahme von Ärztinnen und Ärzten fällt deutlich aus: 88 Prozent sprechen sich dafür aus, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte freiwillig entscheiden dürfen, ob sie an ELGA teilnehmen möchten, oder nicht (Kassenärzte: 92 Prozent, Wahlärzte: 90 Prozent, Spitalsärzte: 84 Prozent).

"Ich werde nicht müde zu betonen, dass ein gutes System keinen Zwang, und schon gar keine Strafandrohung bei Nichtanwendung, braucht. Wenn ELGA wirklich so gut ist, werden alle Kolleginnen und Kollegen das System auch gerne benützen", so Steinhart. Das sei aber in dem vom Minister vorgelegten Entwurf nicht der Fall.

"Sensationeller Rücklauf"

Als "sensationell" bezeichnete Steinhart die rege Teilnahme an der Mitgliederbefragung. "Der Rücklauf war enorm groß. Mehr als 3500 Kolleginnen und Kollegen (34 Prozent, Anm.) haben sich an der Befragung beteiligt. Das beachtliche Interesse macht deutlich, wie wichtig das Thema ELGA für die gesamte Ärzteschaft wirklich ist", so Steinhart.

Die Umfrageergebnisse zeigten, dass ELGA kein "Wahlkampfthema" sei, wie dies Minister Stöger gerne behaupte. Viele Kolleginnen und Kollegen machten sich ernsthaft Gedanken und Sorgen. "Es müssen also noch dringend viele Punkte geklärt werden müssen, bevor ein ELGA-Gesetz in Österreich umgesetzt werden kann", so Steinhart abschließend. (ec)

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