Neues Volksblatt: "Neidgedanke" von Markus EBERT

Ausgabe vom 30. Jänner 2012

Linz (OTS) - Die Vorgangsweise der Bundesregierung, das Sparpaket hinter verschlossenen Türen zu diskutieren, halte er für "sehr gut", sagte der Wiener SPÖ-Bürgermeister Häupl am Samstag im Ö1-Mittagsjournal.
Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob das überhaupt noch der Fall ist. Es mag schon sein, dass SPÖ und ÖVP diskutieren - und das vermutlich mittlerweile in einer sehr emotionalen Art und Weise -, aber hinter verschlossenen Türen? Wenn der Haupt-Einflüsterer des Kanzlers, AK-Direktor Muhm, im Journalistenkreis die Marschroute in Sachen rote Steuerpläne und sonstige Begehrlichkeiten vorgibt, dann drängt sich vielmehr die Frage auf, ob auf Seiten der SPÖ die richtigen Verhandler am Tisch sitzen. Immerhin: Deutlicher denn je wird sichtbar, dass sich die AK als reine Vorfeldorganisation der SPÖ und nicht als Interessenvertretung aller Arbeitnehmer versteht.
Wohl um die innerparteiliche Unruhe zu dämpfen, greift man in der Faymann-SPÖ immer tiefer in die Klassenkampf-Mottenkiste. Jüngstes Beispiel: Studierende Bauernkinder, denen der Stipendienbezug geneidet wird. Dass ein paar Beihilfenbezieher weniger das Budget nicht retten, liegt auf der Hand - womit der Kuntzl-Vorstoß, wie so manches seitens der SPÖ, nicht dem Spar-, sondern dem Neidgedanken geschuldet zu sein scheint.

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