"trend": Ex-Kanzler Gusenbauer würde Pensionssystem "redimensionieren"

Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer kritisiert zu hohe Lohnabschlüsse für Beamte und zu hohe Ausgaben für Pensionisten.

Wien (OTS) - Alfred Gusenbauer, Amtsvorgänger des amtierenden Bundeskanzlers Werner Faymann, mischt sich in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "trend" in die aktuelle Sanierungsdebatte ein:
"Ein immer größerer Teil unserer Ausgaben wird für die ältere Generation ausgegeben. Der Wohlfahrtsstaat wird als Veranstaltung für die ältere Generation und als Mangelverwaltung für die Jungen nicht überleben können", warnt der Vizepräsident der sozialistischen Internationale im kommenden Montag erscheinenden "trend". Bei den Jungen, so der ehemalige SPÖ-Vorsitzende, "fehlt das Geld hinten und vorne, während wir trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten Pensionen taxfrei um 2,7 Prozent erhöhen. Wir haben ein Generationenproblem." Gusenbauer, zur Zeit unter anderem Aufsichtratsvorsitzender des Strabag-Konzerns, verlangt eine "Redimensionierung des Pensionssystems, weil ja völlig klar ist: Wenn die Leute heute dreißig Jahre in Pension erleben, wird es schon rein mathematisch mit den bisherigen Formeln nicht mehr funktionieren können. Das ASVG ist geschaffen worden, als die Leute im Durchschnitt fünf Jahre in Pension waren! Das geht sich nicht aus!"

Scharfe Kritik übt der Präsident des SPÖ-nahen Renner-Instituts auch an der letzten Beamtenlohnrunde bzw. an den handelnden Koalitionspartner: "Und dann beschließen beide gemeinsam eine Erhöhung für den öffentlichen Dienst von 2,9 bis 3,4 Prozent. Dazu kommen noch die Biennalsprünge mit 1,8 Prozent - wo bleibt da der Spargedanke? Das vorherrschende Prinzip der Politik ist das Florianiprinzip: Sparen, aber nicht bei mir."

Befragt zur Eurokrise meint Gusenbauer, dass die EZB durchaus auch Geld drucken solle, denn "Geld drucken ist immer noch besser, als wirtschaftliche Katastrophen in Kauf zu nehmen. Ich schließe dieses Instrument bewusst nicht aus. Darüber hinaus aber muss Europa auf Wachstumskurs kommen."

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