Walser: "Die Deserteure gehören auf den Heldenplatz"

Wenn es Helden gibt, dann jene, die die Wehrmacht sabotiert haben.

Wien (OTS) - "Das Denkmal für Wehrmachtsdeserteure gehört auf den Heldenplatz", erklärt der Grüne Bildungssprecher, Harald Walser. "Das Argument, dieser Standort sei zu 'aufgeladen', greift zu kurz", argumentiert Walser. "Denn es muss im vergangenheitspolitischen Interesse der Republik liegen, dieser Aufladung entgegenzuwirken. Ein Deserteursdenkmal auf dem Heldenplatz würde bestehende Formen des Gedenkens kommentieren."
In der Krypta im Burgtor gedenkt das Bundesheer aller gefallenen Soldaten. Ausländische Staatsgäste werden von Bundeskanzler und Bundespräsident zum sogenannten nationalen Heldendenkmal geführt, wo auch Mitglieder der Waffen-SS in Ehren gehalten werden. Vor dieser Krypta versammeln sich alljährlich eben jene Burschenschafter, die heute die Hofburg unsicher machen. Walser: "Dass im zentralen Heldendenkmal der Republik Wehrmachtssoldaten und Waffen-SS-Mitgliedern gedacht wird, stört in diesem Land offenbar niemanden."

"Österreich muss sich endlich dazu durchringen, alle Menschen zu ehren, die den Krieg verkürzten, den Krieg sabotierten, den Eid verweigerten oder brachen. Sie waren die 'Bremsklötze am Siegeswagen der Nation'. Jahrzehntelang wurden sie dafür aber als Feiglinge und Verräter verunglimpft. Ein Denkmal auf dem Heldenplatz wäre für die späte Würdigung ein geeigneter Anfang - denn Rehabilitierung funktioniert nur, wenn sie öffentlich geschieht", so Walser.

Bei der Suche nach einem Standort sollte sich die Stadt Wien nicht durch Zuständigkeiten und Besitzverhältnisse einschränken lassen:
Föderalismus hin oder her, bei einem solchen Thema sollte der Denkradius des Rathaus nicht beim Volksgarten aus Kompetenzgründen aufhören. Walser: "Der Heldenplatz ist historisch, inhaltlich und was den Besitz durch die öffentliche Hand angeht der ideale Standort."

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