Rechtsextremismus - Bayr: Neonazi-Gruppe "Stolz und Frei" wirbt für WKR-Ball und droht Antifaschisten mit Gewalt

FPÖ spricht bei WKR-Ball von "Stützen der Gesellschaft" - Neonazis geben ihren "volkstreuen Aktivisten" einschlägige Verhaltensregeln gegenüber der Polizei

Wien (OTS/SK) - Der heute, Freitag, ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag stattfindende Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) gilt als größtes Vernetzungstreffen der europäischen Rechten. SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr dazu: "Dass dieser Ball ohne jeden Zweifel dem rechtsextremen Milieu zuzuordnen ist, zeigt sich einmal mehr daran, dass jetzt auch die Neonazi-Gruppe 'Stolz und Frei' auf ihrer Homepage den WKR-Ball bewirbt. Und das mit übelster Propaganda wie 'Nie wieder Antifaschismus' und einschlägigen Formulierungen, die noch dazu durchsetzt sind mit Drohungen gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten, die heute Abend gegen den WKR-Ball demonstrieren", sagt Bayr. Kritik übt Bayr in diesem Zusammenhang an der FPÖ: "Die FPÖ spricht von 'Stützen der Gesellschaft', die sich auf dem WKR-Ball versammeln und FPÖ-Chef Strache brüstet sich als Garant für die Weiterführung dieses Balles: All das belegt, wes Geistes Kind die FPÖ ist und wie ernst sie es mit der Abgrenzung gegen Rechts nimmt", betont Bayr gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Schon ein kurzer Blick auf die Homepage der Neonazi-Gruppe "Stolz und frei" zeigt, welche Leute hier für den WKR-Ball werben, über den die FPÖ ihre schützende Hand hält: "Die Neonazis von 'Stolz und Frei' sprechen von sich selbst als 'volkstreue Aktivisten', die dem 'herrschenden System den Kampf ansagen'. Ein System, dass die 'Stolz und Frei'-Neonazis als 'volksschädlich' denunzieren. Antifaschistinnen und Antifaschisten werden auf der Homepage als 'linksradikale Krawallmacher' bezeichnet und IKG-Präsident Ariel Muzicant wird als 'Israelitenhäuptling' herabgewürdigt."

Als "sehr bezeichnend" wertet Bayr die Tatsache, dass sich auf der Homepage von "Stolz und Frei" auch die Rubrik "Verhaltensregeln gegenüber der Polizei und dem Verfassungsschutz" findet: "Die 'volkstreuen Aktivisten' werden auf der Homepage aufgeklärt, dass die Polizei nicht Freund und Helfer, 'sondern genau das Gegenteil' sei. Im Umgang mit der Polizei wird den 'nationalen Aktivisten' zu 'eisernem Schweigen' geraten. Das Ganze gipfelt schließlich in der Warnung 'Sich selbst oder gar andere zu belasten ist Verrat an unserer Sache und an deinen Kameraden'. Im Falle einer Voruntersuchung wird den Kameraden geraten, sich einen Rechtsbeistand zu suchen, 'der mit dem Verbotsgesetz vertraut ist'." Für Bayr ist daher klar: "All das zeigt, warum es wichtig ist, gegen alle Formen von Rechtsextremismus und Rassismus aufzustehen und wachsam zu sein. Die FPÖ wäre gut beraten, sich vor diesem Hintergrund zu fragen, ob sie wirklich noch länger die Mauer für den WKR-Ball machen will." (Schluss) mb/up

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