GPA-djp-Stein bei Auschwitz-Gedenken: Dem Ungeist Zivilcourage entgegensetzen

Verschärfung sozialer Gegensätze ist Nährboden faschistischer Ideologie

Wien (OTS) - (GPA-djp/ÖGB) "Im Konzentrationslager Auschwitz
wurden insgesamt 1,4 Millionen Menschen ermordet, damals war vor der mörderischen Tat das hetzerische Wort. Heute ist es in Österreich möglich, Wahlkämpfe mit rassistischen und fremdenfeindlichen Parolen zu führen. Es ist möglich, dass Rechtsextreme im Büro des Dritten Nationalratspräsidenten arbeiten. Es ist möglich, dass Menschen, die nicht hier geboren oder die auf die Mindestsicherung angewiesen sind, als ,Sozialschmarotzer diffamiert werden. Und es ist möglich, dass Rechtsextreme aus ganz Europa am heutigen Tag der Befreiung von Auschwitz in der Hofburg tanzen", eröffnete die Bundesgeschäftsführerin der GPA-djp, Dwora Stein heute vormittag ihre Rede bei der Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau am Wiener Heldenplatz.

Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus bleibe eine symbolische Geste, wenn es nicht gelinge, zu handeln, so Stein:
"Niemals vergessen heißt daher, niemals wieder zuzulassen, dass Menschen aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen diffamiert oder verfolgt werden."
Es gehe nicht nur darum, gegen den offensichtlichen Rassismus und gegen offene Gewalt aufzutreten, erklärte Stein: "Es geht auch um die scheinbar harmlosen Haltungen im Alltag - wenn gehetzt wird gegen Menschen, weil sie anders sind oder weil Sündeböcke gesucht werden für Entwicklungen, die Angst machen." Jeder und jede Einzelne seien aufgerufen, diesem Ungeist einen Geist der Zivilcourage entgegenzusetzen.
Stein erinnerte an Rosa Jochmann, die als Überlebende des KZ Ravensbrück Zeit ihres Lebens als Mahnerin gegen das Wiederaufkeimen von Faschismus und Antisemitismus auftrat. "Rosa Jochmanns zentrale Botschaft lautete: Nie wieder. In diesem Sinne werden wir immer dagegen ankämpfen, dass rassistisches und antisemitisches Gedankengut gesellschaftliche Akzeptanz findet."
Eine Sanierungspolitik, die soziale Gegensätze verschärfte und den meisten Menschen ihre Lebensgrundlage und ihre Hoffnung nahm, habe den faschistischen Regimes damals den Weg zur Macht geebnet. "Eine solche Politik schafft die Basis für Hass, Wut und Resignation und führt zur Zementierung autoritärer Machtverhältnisse, das sollten alle bedenken, die bei der Sanierung von Staatshaushalten die Zerstörung sozialer Netze in Kauf nehmen", appellierte Stein abschließend: "Antifaschistisches Gedenken bedeutet daher auch, für eine Politik einzutreten, die den Menschen ein Leben in Würde und Freiheit sichert. Unsere Aufgabe ist es also, für soziale Gerechtigkeit, für Freiheit und für Demokratie zu kämpfen - damit das, was einmal Wirklichkeit war, nie wieder möglich wird!"

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