Nahrungskrise in Westafrika: Zehn Millionen Menschen bedroht

CARE: Gebergemeinschaft muss sofort handeln / Jedes zweite Kind im Niger bereits mangelernährt

Wien /Niamey (OTS) - Über zehn Millionen Menschen sind in der Sahelzone von einer Hungerkrise bedroht, warnt die Hilfsorganisation CARE. Nach Missernten in Folge von unregelmäßigen Regenfällen und Insektenplagen haben die Regierungen von Niger, Mali und Tschad um internationale Hilfe gebeten. Allein im Niger sind 5,4 Millionen Menschen von Hunger bedroht, mindestens 1,3 Millionen benötigen unmittelbare Nahrungsmittelhilfe. Am 18. Jänner kündigte die Europäische Kommission eine Verdoppelung ihrer humanitären Hilfe für die Region an, nun ruft CARE die Gebergemeinschaft auf, diesem Beispiel zu folgen.

"Einige Familien nehmen bereits jetzt nur noch eine Mahlzeit am Tag zu sich, meist verwässerten Hirsebrei", berichtet Johannes Schoors, Leiter des CARE-Länderbüros im Niger. "In einem normalen Jahr beginnt die so genannte "Hunger-Jahreszeit" erst im April oder Mai, aber heuer ist sie schon da." Der Höhepunkt der Krise wird im März erwartet, doch in einigen Regionen sind die Nahrungsvorräte bereits jetzt aufgebraucht. Viehzüchter müssen ihre Tiere und anderen Besitz verkaufen, um sich Lebensmittel leisten zu können. Doch ohne Nutztiere verlieren die Menschen ihre Nahrungsgrundlage. Die Folge:
Mehr Kinder leiden unter Mangelernährung und Wachstumsstörungen. Schon heute ist jedes zweite Kind im Niger chronisch mangelernährt.

Die immer häufiger aufeinanderfolgenden Dürren zeigen laut CARE deutlich die Notwendigkeit, zunehmend in Vorsorgemaßnahmen zu investieren, um Menschenleben zu retten und die - viel teurere -akute Katastrophenhilfe zu vermeiden. Erfahrungen aus der Nahrungskrise 2005 machten deutlich: Es kostete weniger als einen Euro, Mangelernährung bei Kindern mit Vorsorgeprogrammen zu verhindern. Die Behandlung akut vom Hunger betroffener Kinder zum Höhepunkt der Krise kostete über 60 Euro.

CARE hat bereits im vergangenen Oktober damit begonnen, Frühwarnsysteme einzurichten und laufende Programme aufzustocken, um der Nahrungsmittelknappheit vorzubeugen. Die Hilfsmaßnahmen umfassen u.a. Bargeldauszahlungen, Schulspeisungen sowie die Verteilung von Nahrung, Wasser und Tierfutter. Zudem stärkt CARE bestehende "Kornbanken". Seit Jahren arbeitet die Hilfsorganisation daran, die Widerstandskräfte der Menschen zu stärken: Gemeinschaftsgärten und Kleinspargruppen helfen, Reserven zu bilden.

"Wir wissen, was funktioniert, aber die Hilfe muss so schnell wie möglich ausgeweitet werden, es gibt keine Zeit zu verlieren", so CARE Österreich-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager. "Die Situation verschlimmert sich von Tag zu Tag. Je länger wir warten, desto mehr Leben werden gefährdet und desto teurer wird die Hilfe."

Achtung Redaktionen: Gern arrangieren wir Interviews mit CARE-MitarbeiterInnen in der Krisenregion bzw. stellen Ihnen gratis Fotos zur Verfügung.

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