Neues Volksblatt: "Liste der Schande" von Markus EBERT

Ausgabe vom 26. Jänner 2012

Linz (OTS) - Sich in Steuerfragen ausgerechnet die Griechen als Vorbild zu nehmen, ist schon ein wenig schräg - was auch für die Idee gilt, eine Liste der Steuersünder zu veröffentlichen. Dass sich insbesondere SPÖ-Politiker - von AK-Chef Tumpel über Geschäftsführer Kräuter bis hin zu den Genossen in OÖ - dafür erwärmen können, beweist nur eines: der Klassenkampf feiert fröhliche Urständ'. Die SPÖ hat vor geraumer Zeit einen Gerechtigkeitsfeldzug begonnen, der einfach ständig neues Futter braucht, um nicht auf halbem Weg zu verhungern. Da zeichnet man ein diffuses Bild von "den Reichen", die ihr Vermögen in der Schweiz oder in Liechtenstein bunkern. Bloß:
Nicht jeder der reich ist, muss ein Steuerhinterzieher sein, schließlich gibt es ja auch durchaus bekennende Rote, die kein Armutsgelübde abgelegt haben. Und: Was ist schon reich? Gemessen an jenen zwei Millionen erwerbstätigen Österreichern, die keine Steuern zahlen (müssen), ist jeder Steuerzahler reich. Österreich hat bekanntlich ein funktionierendes Rechtswesen, daher sind auch Steuerhinterzieher im Visier der Behörden. Die Veröffentlichung erwischter Steuersünder widerspricht wohl jedem Datenschutz, und die Namen von nicht erwischten Steuersündern kennt man naturgemäß nicht. Das einzige, das auf die Liste der Schande gehört, ist die Idee, eine solche Liste zu verlangen.

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