Pneumokokken - unterschätzte Gefahr für die 50+ Generation

Indikationserweiterung zum Schutz vor lebensbedrohlichen Infektionen auch bei Erwachsenen ab 50 Jahren

Wien (OTS) - Durchschnittlich erkrankt fast täglich eine Österreicherin / ein Österreicher an einer schweren invasiven Pneumokokken-Infektion, die Lungenentzündungen, Gehirnhautentzündung und Blutvergiftung verursachen kann. Der Verlauf von schweren Pneumokokken-Infektionen kann dramatisch und innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich sein - wie auch das Beispiel eines prominenten britischen Popstars (1) erst kürzlich gezeigt hat. Trotzdem wird die Gefahr einer Pneumokokken-Infektion häufig unterschätzt. Neben Säuglingen und Kleinkindern weisen vor allem Erwachsene ab 50 Jahren ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auf. Durch die Indikationserweiterung bietet die Pneumokokken-Schutzimpfung ab sofort nicht nur für unsere Jüngsten sondern auch für Erwachsene ab 50 Schutz vor gefährlichen Infektionen.

Pneumokokken sind bakterielle Erreger, die schwere Infektionen auslösen können. Sie breiten sich schnell aus und sind meist sehr schwierig zu behandeln. Pneumokokken besiedeln den Nasen- und Rachenraum der Menschen, ohne dass diese davon etwas merken oder daran erkranken. Dennoch können sie als Träger die Bakterien an andere durch eine Tröpfcheninfektion - z.B. durch Niesen, Husten, Spucken - weitergeben. "Gelangen die Erreger in die Nasennebenhöhlen, das Mittelohr, die Bronchien oder Lungenbläschen, können sie lokale Infektionen wie Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen, schwere Bronchitis oder Lungenentzündungen auslösen", erläutert Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp, Abteilungsvorstand der 11. Medizinischen Abteilung mit Lungenkrankheiten und Langzeitbeatmungszentrum im Geriatriezentrum am Wienerwald, den Krankheitsverlauf. "Wird der Erreger durch das Blut weiter ausgebreitet, kann es zu bakteriämischen Lungenentzündungen, Blutvergiftung und/oder Gehirnhautentzündung kommen. Der Verlauf ist dabei dramatisch und kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich sein." Ein Großteil aller schweren bakteriellen Lungenentzündungen (med. Pneumonien) weltweit wird durch Pneumokokken verursacht (2), die meist plötzlich auftreten und mit einer hohen Sterblichkeit verbunden sind. Laut WHO sterben jährlich 1,6 Millionen Menschen durch die gefährlichen Pneumokokken-Bakterien.

Risikogruppe 50+

In Österreich erkrankten 2010 laut dem Jahresbericht (3) der Nationalen Referenzzentrale für Pneumokokken der AGES 325 Menschen an einer invasiven Pneumokokken-Infektion. 16 von ihnen starben an den Folgen der Infektion. Mehr als Dreiviertel der Erkrankungen betrafen Österreicher/-innen ab 45 Jahre. Popp: "Mit zunehmendem Alter wird die Abwehrkraft des Körpers schwächer und das Erkrankungsrisiko steigt. Dieser Umstand ist vielen "Best Agern" aber nicht bewusst oder sie unterschätzen die Gefahr, die von einer Pneumokokken-Infektion ausgeht. Kommen zum höheren Alter noch weitere Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholismus, intensiver Kontakt mit Risikogruppen wie beim Aufenthalt in Pflegeheimen sowie bestehende Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder COPD etc. hinzu, steigt das Infektionsrisiko zusätzlich an."

Schutzimpfung zur Vorbeugung invasiver Pneumokokken-Erkrankungen

"Pneumokokken-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Ursache für Todesfälle, die durch Impfungen vermeidbar sind.(4) Eine Impfung ist die einzige Möglichkeit sich vor den gefährlichen Infektionen zu schützen", so Popp. Die 13-valente Konjugat-Schutzimpfung ist nun auch für Erwachsene ab 50 Jahren zugelassen. Die 13 im Impfstoff enthaltenen Serotypen sind für den Großteil der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen bei Erwachsenen ab 60 Jahren verantwortlich. 2010 hätte der Konjugat-Impfstoff ca. 71% der in Österreich vorkommenden Serotypen bei Erwachsenen ab 60 Jahren abgedeckt.(5) Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Leiter der Arbeitsgruppe "Epidemiologie und Reisemedizin" am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien erklärt: "Neben der guten Verträglichkeit weist der Konjugat-Impfstoff einige wichtige Vorteile gegenüber einem konventionellen Polysaccharid-Impfstoff auf. Im Besonderen sind das die Ausbildung eines immunologischen Gedächtnisses sowie die bessere Immunantwort. Das bedeutet: Durch die Konjugat-Impfung bildet das Immunsystem ein Langzeitgedächtnis und setzt vermehrt Antikörper gegen die 13 Bakterienstämme frei. Dadurch kommt es im Vergleich zu Polysaccharid-Impfstoffen zu einer verbesserten Abwehrreaktion und zu einem immunologischen Gedächtnis." Für Erwachsene ab 50 Jahre reicht eine einmalige Impfung, die ganzjährig verabreicht werden kann. Außerdem wirken sich Konjugat-Impfstoffe günstig auf die Bakterien-Ansiedlung im Nasen-Rachen-Raum aus. Da geimpfte Personen keine Überträger der Erreger mehr sind, schützen sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Mitmenschen.

Über 435 Mio. verimpfte Dosen weltweit bei Kindern

Der Impfstoff kann auf umfassende Sicherheitsdaten von mehr als 6.000 Erwachsenen über 50 Jahre inklusive Erwachsene mit bestehenden Grunderkrankungen zurückgreifen.(5) Darüber hinaus baut der 13-valente Konjugat-Impfstoff auf den etablierten wissenschaftlichen Grundlagen des 7-valenten Pneumokokken-Konjugat-Impfstoffes auf. Von beiden Impfstoffen wurden weltweit über 435 Mio. Dosen bei Kindern und Säuglingen verimpft. Kollaritsch: "Da Pneumokokken jederzeit übertragen und eine Infektion das ganze Jahr über auftreten kann, ist die Impfung ganzjährig möglich und ratsam. Für Erwachsene ist eine einmalige Impfung empfohlen."

Information und Aufklärung der Risikopersonen wichtig

"In Österreich ist die Impfskepsis relativ hoch, es herrschen häufig Verunsicherung und Fehlinformation vor. Das gilt auch für die Pneumokokken-Impfung. Es ist daher eine wichtige Aufgabe des Arztes, Risikopersonen ausführlich über die Infektionskrankheit, das Risiko aber auch über Wirkung und Nebenwirkungen einer Impfung aufzuklären. Gleichzeitig müssen Ärzte ihren Patienten bewusst machen, dass Impfungen zu den wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten zählen", erläutert Dr. Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Wiener Ärztekammer.

Pneumokokken-Impfaktion bis 31. März 2012

"Um die Gesundheitsförderung in Österreich zu stärken leisten auch die Apotheken einen wichtigen Beitrag. Sie bieten das ganze Jahr über Impfaktionen an und verzichten in diesem Zeitraum auf einen wesentlichen Teil der Gewinnspanne. Dadurch kann zum Beispiel der Pneumokokken-Impfstoff um ein Drittel billiger angeboten werden", weist Mag. Dr. Christiane Körner, Vize-Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, hin. Die Österreichischen Apotheken bieten noch bis 31. März 2012 den 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff zu einem vergünstigen Preis von EUR 72,40 statt EUR 108,-- an. Außerdem informieren Apotheker/-innen umfassend über Erkrankungen und Impfung und motivieren Risikogruppen zur schützenden Impfung.

Referenzen:

1) George Michael Health Update www.georgemichael.com, Zugriff am 5. Januar 2011 2) Kunze, Ursula/Kunze, Michael: Epidemiologie und Krankheitslast durch Pneumokokken-Erkrankungen bei Erwachsenen - Burden of Disease Report; Update, Internationale Zeitschrift für ärztliche Fortbildung, Dezember 2011 3) Jahresbericht 2010 der Nationalen Referenzzentrale für Pneumokokken; Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Graz 4) World Health Organization. 23-valent pneumococcal polysaccharide vaccine: WHO position paper. Wkly Epidemiol Rec. 2008; 83:373-384. 5) Prevenar13 Fachinformation, Stand Oktober 2011

Pfizer - Gemeinsam für eine gesündere Welt

Pfizer erforscht und entwickelt moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier - und das schon seit über 160 Jahren. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche (2010: 9,4 Milliarden US-Dollar) setzt Pfizer, mit Hauptsitz in New York, neue Standards in verschiedenen Therapiegebieten wie beispielsweise Entzündungskrankheiten, Krebs, Schmerz oder bei Impfstoffen.

Weltweit arbeiten bei Pfizer rund 100.000 Mitarbeiter daran, Krankheiten zu heilen, zu lindern oder vorzubeugen. Pfizer ist in über 150 Ländern mit Niederlassungen präsent und erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 67,8 Milliarden US-Dollar. In Österreich gliedert sich das Unternehmen in drei Geschäftsfelder:
Rezeptpflichtige Medikamente, rezeptfreie Produkte sowie Tiergesundheit. Das Produktportfolio umfasst innovative Originalpräparate und patentfreie Produkte einschließlich Generika. Pfizer Corporation Austria ist ein wichtiger Partner der medizinischen Forschung und Entwicklung in Österreich. Um mehr über unseren Einsatz zu erfahren, besuchen Sie uns auf www.pfizer.at

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