Neuer Verein "BURN AUT - Österreichische Gesellschaft für Arbeitsqualität und Burnout" stellt sich vor

Burnout ist keine "Modeerkrankung"!

Wien (OTS) -

  • Neue Plattform führt unterschiedliche Kooperationspartner zum Thema Arbeitsqualität und Burnout zusammen und fordert seriösen öffentlichen Diskurs statt inflationären Gebrauch des Begriffs Burnout
  • "BURN AUT" will Maßnahmen zur Früherkennung und die zahlenmäßige Erfassung der Betroffenen etablieren

"BURN AUT", die im November 2011 gegründete "Österreichische Gesellschaft für Arbeitsqualität und Burnout", setzt sich für die Schaffung eines neuen Bewusstseins zum Thema Arbeitsqualität, Stresserkrankungen und Burnout in der breiten Öffentlichkeit sowie auch unter Experten aus dem Gesundheitssystem ein. Die Gesellschaftsgründer und Vereinsvorstände, Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek, Ärztlicher Direktor Anton-Proksch-Institut Wien und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek, Leiter des Gesundheitszentrums "The Tree" und des Beratungsinstituts "Medical Coaching", diskutierten heute anlässlich einer Pressekonferenz, warum Burnout keine Modeerscheinung ist, sondern einen massiven Leidensdruck für die Betroffenen darstellt, der professionelle, multimodale und interdisziplinäre Therapieansätze erfordert. Dialog zwischen den Verantwortungsträgern fördern! Prim. Univ. Prof. Dr. Musalek nennt als Grundidee bzw. Zielsetzung die Errichtung eines Kompetenzzentrums zur Zusammenführung von Experten. "Im Zusammenwirken mit Wissenschaft, Fachgesellschaften, Patientenorganisationen, Sozialversicherung, Interessenvertretungen und Politik möchte 'BURN AUT' den Dialog zwischen den Verantwortungsträgern fördern und aktiv an der Formulierung und Umsetzung konkreter Lösungen arbeiten. Diese Zielsetzungen sollen durch Unterstützung des Austausches zwischen den Mitgliedern und allen relevanten Entscheidungsträgern im österreichischen Gesundheitswesen sowie durch Darstellung und Betonung der von der medizinischen Wissenschaft, Lehre und Praxis erbrachten Leistungen verfolgt werden. Es besteht unsererseits großes Interesse daran, mit Institutionen wie Ministerien, der Arbeiterkammer, der Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer zusammen zu arbeiten." "Burnout endlich ernst nehmen und nicht als 'Modeerkrankung' herunterspielen" Die Vereinsgründung ergab sich aus der zunehmenden Wichtigkeit des Themas, so die Referenten anlässlich der Pressekonferenz. Das Krankheitsbild Burnout habe in ganz verschiedene Gesellschaftsbereiche ausstrahlende Konsequenzen, die weiter gehen, als man auf den ersten Blick denkt. Eine Analyse der Sozialversicherung hat gezeigt, dass im Jahr 2009 rund 900.000 Menschen das Gesundheitssystem aufgrund von psychischen Erkrankungen in Anspruch genommen haben. Auf der gesellschaftspolitischen und volkswirtschaftlichen Ebene sind demnach Krankenstände und Frühpensionierungen die Folgen. "Burnout wird auch medizinisch ein immer relevanteres und viel diskutiertes Thema. Als eigenständige Krankheit ist Burnout im ICD-10 derzeit noch nicht erfasst, sondern gilt nur als Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst. Auch in der Psychiatrie bekommt das Phänomen noch nicht die Aufmerksamkeit, die ihm eigentlich zusteht. Der wichtigste Aspekt ist aber: Wir müssen Burnout endlich ernst nehmen und nicht als 'Modeerkrankung' herunterspielen, denn für die Betroffenen bedeutet die Krankheit einen massiven Leidensdruck, der unbedingt professionelle, multimodale und interdisziplinäre Therapieansätze erfordert", so Prim. Univ. Prof. Dr. Musalek weiter. Beim Phänomen Burnout gäbe es das Problem, dass es vielerorts falsch kommuniziert und der Begriff nahezu inflationär verwendet wird, daher entstünden Verwirrungen. Ein Hauptziel des Vereins sei daher auch die Informationsvermittlung zu dieser Thematik. Zentrale Themen: Arbeitsfreude und Arbeitsqualität Die Beschäftigung mit Burnout setzt auch eine Beschäftigung mit Arbeit und Arbeitsqualität voraus. "In Österreich gibt es keinen Diskurs über Arbeitsqualität, Freude an der Arbeit oder Ressourcengewinnung durch Arbeit, was zentrale Themen im Umgang mit der Burnout-Problematik sind und daher auch unseren Verein beschäftigen werden. Wie kann man Arbeitsqualität steigern? Wie können wir Bedingungen schaffen, die der Arbeit ihre eigentliche Rolle als gesundheitserhaltender Faktor wieder zukommen lässt? Diese Fragen lassen sich nur durch nachhaltige Ansätze lösen, denn Arbeit und die Möglichkeit, etwas zu gestalten und innerhalb der Gesellschaft etwas Sinnvolles zu bewirken, sind wesentliche Voraussetzungen dafür, gesund zu bleiben", berichtete Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek, der als Leiter des Gesundheitszentrums "The Tree" und des Beratungsinstituts "Medical Coaching" langjährige Erfahrung in der Betreuung von Burnout-Patienten hat. Und weiter: "Es wäre wünschenswert, wenn wir einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsqualität und zur Bekämpfung von Stresserkrankungen, etwa durch das Anbieten von Standards bei der Definition, leisten können." Burnout: Ein Prozess, der stufenweise voranschreitet Die frühen Anzeichen eines Burnouts sind keine Ausfallsymptome, sondern Erscheinungen wie vermehrte Aktivität bis hin zur Hyperaktivität, freiwillige unbezahlte Mehrarbeit oder besonders hohe, übermäßige Identifikation mit der Arbeit. Erst später treten die ersten Negativsymptome wie Schlafstörungen oder eine schwankende Stimmungslage auf. Hohe Arbeitsbelastung allein führt noch zu keinem Burn out. Das Risiko, daran zu erkranken, liege in einer fatalen Kombination aus schlechter Arbeitsqualität und dem persönlichen Hintergrund des Betroffenen: Menschen, die bereit sind mehr zu leisten als andere und sich sehr stark durch Arbeit definieren. Entscheidend für die richtige Beurteilung dieser Anzeichen durch die Umgebung ist, dass sie als Veränderungen wahrgenommen werden. Essentiell sei daher, ein Burnout in einem Frühstadium "aufzufangen", und zwar mit professioneller, adäquater Hilfe. Über "Burnaut - Österreichische Gesellschaft für Arbeitsproblematik und Burnout" Aufgabe und Ziel ist es, sich in Österreich als Kompetenzzentrum für das Thema Burnout zu etablieren und verstärkt die mediale Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Erkrankung und den seriösen Umgang mit ihr zu lenken. Die wesentlichen Aufgaben des Vereins sind:

  • Als Kompetenzzentrum zum Thema Arbeitsqualität und Stresserkrankungen sowie
  • als Plattform zur Zusammenführung unterschiedlicher Kooperationspartner zum Thema Arbeit und Burnout zu fungieren,
  • die Möglichkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit zu etablieren und Stakeholder aus allen involvierten Bereichen zusammen zu bringen.

Neben Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek als Präsident und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek als Vizepräsident besteht der derzeitige Vorstand aus folgenden weiteren Mitgliedern: Mag. Dr. Ute Andorfer, klinische Psychologin; Prim. Dr. Peter Weiss, Internist, Gastroenterologe und Psychotherapeut sowie Janet Kath, Geschäftsführerin der interio GmbH. Die Vereinsvorstände sind unter der Emailadresse office@burnaut.com zu erreichen. Die Pressekonferenz fand im Vorfeld des Symposiums "Burnout - Ursachen und Folgen" statt, das am 27. und 28. Jänner 2012 im Palais Ferstel veranstaltet wird. Das Tagungsbüro ist unter kongress@api.or.at zu erreichen. Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2692/ Rückfragehinweis:

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Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.

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