Geyer über die Gründe seines Rückzugs aus Bregenz

Drozda will ihn nun bis 2018 in Wien halten

Wien (OTS) - Der designierte Intendant der Bregenzer Festspiele, Roland Geyer, hat seinen Vertrag zurückgelegt und wird daher 2015 nicht am Bodensee antreten. Das bestätigt Geyer auf Anfrage für die am Donnerstag erscheinende NEWS-Ausgabe. Der erfolgreich amtierende Intendant des Theaters an der Wien gibt in NEWS auch ausführlich über seine Beweggründe Auskunft.

Geyer zu NEWS: "Es hat mir große Freude und riesigen Spaß gemacht, für die Festspiele 2015 bis 2020 ein völlig neues Konzept zu entwerfen. Es war schließlich der Auftrag des Stiftungsvorstands, Pionierschritte zu setzen. Also habe ich ein großes Opernfestival geplant, das im Wettbewerbskanon der Großen mitspielen sollte, mit Aix-en-Provence, Bayreuth oder Glyndebourne. Leider haben sich in den letzten Wochen unüberbrückbare Auffassungsunterschiede betreffend die künstlerische Umsetzung ergeben, sodass wir die Beendigung als beste Lösung erachteten."

Geyer bestätigt NEWS-Informationen, denenzufolge er pro Jahr statt bisher zwei insgesamt drei bis vier Opernproduktionen herausbringen wollte - zwei bis drei im Festspielhaus, eine pro Jahr auf dem See, womit der Zweijahresrhythmus beendet gewesen wäre.

Aggressive Reaktionen auf seine Überlegungen, die Seebühne umzubauen, begreift er nicht: "Ich war selber überrascht von der Reaktion. Ich habe damit weder gedroht noch jemanden unter Druck gesetzt - schon gar nicht die Politik, die sich offenbar angesprochen gefühlt hat. Ich habe nur gemeint, dass man eine demnächst anstehende größere Restaurierung gleich für eine Neukonzeption nützen soll. Das ist doch nichts Außergewöhnliches! Wenn ich vertragsgemäß einen Pionierschritt setzen soll, muss ich doch in jede Richtung überlegen dürfen."

Geyer weiter: "Es ist wahr, dass ich bei Unterzeichnung des Vertrags im vergangenen Mai von anderen finanziellen Prämissen ausgegangen bin." Eine bestimmte finanzielle Größenordnung wäre ihm verheißen worden. "Es ist richtig, dass die unüberbrückbaren Auffassungsunterschiede auch budgetärer
Natur waren.

Über seine berufliche Zukunft will er in Ruhe nachdenken, doch wird Thomas Drozda, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, gegenüber NEWS deutlich: "Ich habe die Entwicklung in Bregenz seit längerem beobachtet. Mein Vertrag läuft bis 2018, und ich bin herzlich gern bereit, die hervorragende Zusammenarbeit mit Geyer bis zu diesem Zeitpunkt fortzusetzen. Dafür werde ich mich auch bei den Eigentümern einsetzen. Es wäre schade um die vielen schönen Projekte gewesen."

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