WKÖ-Hochhauser fordert Ausbau geförderter Betriebspraktika für Migranten

Hohes Bildungsniveau ist Schlüssel zu höherer Beschäftigung von Zuwanderern - Wirtschaftskammer hilft mit "Mentoring für MigrantInnen" bei Arbeitsplatzsuche

Wien (OTS/PWK048) - "Ein hohes Bildungsniveau ist das Um und
Auf, um Arbeitslosigkeit zu verhindern - das gilt für Österreich und noch viel mehr für Migranten", stellt die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, im Hinblick auf eine aktuelle Arbeiterkammer-Studie zu den Problemen von Migranten am österreichischen Arbeitsmarkt fest. "Bei höherem Ausbildungsniveau sind die Arbeitslosenquoten von In- und Ausländern vergleichbar." So liegt die Arbeitslosenrate von Akademikern unter Österreichern bei 3,9 %, während sie bei Nicht-Österreichern 4,0 % beträgt.

Die geäußerte Kritik im Hinblick auf die Anerkennung von Qualifikationen sei aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft nur bedingt nachvollziehbar. "Im Vergleich zu den freien Berufen ist der Zugang zur selbständigen Berufsausübung in der gewerblichen Wirtschaft wesentlich einfacher", so Hochhauser.

Wer in einem österreichischen Unternehmen arbeiten möchte, sollte sich natürlich entsprechend seiner Kompetenzen bewerben, um Fertigkeiten und Wissen optimal einbringen zu können. "Im allgemeinen besteht zwischen Unternehmen und Mitarbeitern ein gemeinsames wirtschaftliches Interesse, bestgeeignete Bewerber auf die richtigen Stellen zu vermitteln", so Hochhauser. Wenn Unsicherheiten bei Zeugnissen bestehen, seien die Wirtschaftskammern gern bereit, Hilfestellungen zu geben.

Hinzu kommt: Bei der Suche nach einem Job geht es nicht nur um die formale Qualifikation, sondern auch darum, sich am österreichischen Arbeitsmarkt unter Beweis zu stellen. Da Arbeitgeber nicht immer einschätzen können, was von ausländischen Bildungsabschlüssen zu erwarten ist, fordert die Wirtschaftskammer den Ausbau von geförderten Betriebspraktika. "Qualifizierte Migranten könnten damit Referenzen und das Zeugnis eines österreichischen Arbeitgebers erwerben", betont Hochhauser. Zudem verlangt die Wirtschaft seit langem mehr fachspezifische Deutschkurse.

Prinzipiell sei nicht zu verhehlen, dass sich Migranten oft schwerer tun, beruflich Fuß zu fassen. "Die wichtigsten Gründe sind fehlende Kontakten, unzureichende informelle Kenntnisse über den österreichischen Arbeitsmarkt oder nicht ausreichende - vor allem fachspezifische - Sprachkenntnisse", so die WKÖ-Generalsekretärin. "Die Wirtschaft hat hier schon vor Jahren reagiert und 2008 gemeinsam mit dem Österreichischen Integrationsfonds und dem Arbeitsmarktservice das für den deutschsprachigen Raum einzigartige Programm 'Mentoring für MigrantInnen' (www.wko.at/mentoring) ins Leben gerufen, um hier gezielt zu unterstützen." Dabei helfen Persönlichkeiten aus der Wirtschaft Migranten dabei, einen Arbeitsplatz zu finden. "Vor allem für gut qualifizierte Migranten sind persönliche Netzwerke sehr oft der Schlüssel zum erfolgreichen Berufseinstieg", betont Hochhauser. Bislang wurden mehr als 600 Mentoringpaare gebildet. Rund 40% der Mentees konnten - nicht zuletzt durch die Unterstützung ihrer Mentoren - erfolgreich an österreichische Unternehmen vermittelt werden.

Abschließend weist die WKÖ-Generalsekretärin darauf hin, dass in den vergangenen Jahren vermehrt - höher qualifizierte - Zuwanderer aus der EU nach Österreich gekommen sind. Durch die nicht zuletzt auf Betreiben der Wirtschaft am 1. Juli 2011 eingeführte Rot-Weiß-Rot-Card sei zu erwarten, dass auch höher qualifizierte Migranten aus Drittstaaten verstärkt Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt finden werden. (SR)

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