Greenpeace: "Österreich muss Förderung von Schiefergas verbieten"

Volksbefragung soll Entscheidung herbeiführen

Wien (OTS) - Im niederösterreichischen Poysdorf fand gestern die erste Informationsveranstaltung zu den geplanten Schiefergasbohrungen im Weinviertel statt. Die Umweltorganisation Greenpeace bezweifelt nach wie vor, dass die OMV bei den Bohrungen ohne gefährliche Chemikalien auskommen kann. "Schon aus Klimaschutzgründen ist es indiskutabel, Schiefergas fördern zu wollen", kritisiert Greenpeace-Energiesprecher Westerhof. "Es darf keine Experimente auf Kosten unserer Umwelt und unserer Gesundheit geben. Österreich muss die Förderung von Schiefergas verbieten."

Greenpeace lehnt die Schiefergasbohrungen ganz klar ab, und verlangt ein generelles Verbot. "Dieses Experiment konterkariert alle Bemühungen um eine Umstellung der Energieversorgung auf saubere Energien", führt Westerhof aus. "Sollte die Bundesregierung kein Verbot beschließen, fordern wir zu den Schiefergasbohrungen eine Volksbefragung."

Nachstehend nur einige der Argumente, die gegen eine Förderung von Schiefergas sprechen:

1. Das Gas wird nicht gebraucht. Ein von Greenpeace schon im Jahr 2011 vorgestelltes Energieszenario für Österreich zeigt, dass bei einem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien und einer Effizienzsteigerung der Bedarf an Erdgas stark zurückgeht und die bestehenden Vorräte vollkommen ausreichen. Weltweite Szenarien zeichnen das gleiche Bild.

2. Alleine die 130 Millionen Euro, die eine Probebohrung kosten würde, reichen, um alle Häuser in den Gemeinden Poysdorf und Herrnbaumgarten thermisch zu sanieren und mit einer Photovoltaik-Anlage auszustatten. Dadurch würden die Häuser selbst zu kleinen Kraftwerken, die Energie produzieren anstatt sie zu verbrauchen.

3. Eine weitere Belastung durch zusätzliche CO2-Emissionen ist für unser Klima nicht mehr verkraftbar. Die zentrale Frage ist, wie die Treibhausgasemissionen verringert werden, nicht wie neue Vorräte fossiler Energie angezapft werden können.

4. Die von der OMV vorgeschlagene Methode existiert bisher nur auf dem Papier und wurde noch nie erfolgreich in der Praxis umgesetzt. Namhafte Unternehmen aus aller Welt haben es bisher nicht geschafft, Schiefergas ohne gefährliche Gifte zu fördern.

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