ÖAMTC: Ölembargo derzeit kein Argument für Spritpreis-Steigerungen

Öl, das jetzt gehandelt wird, wird erst in einigen Monaten ausgeliefert

Wien (OTS) - Gestern hat die EU ein Ölembargo gegen den Iran beschlossen. Das hat unmittelbar zu einem leichten Anstieg der Ölpreise geführt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete in der Früh 110,80 US-Dollar (85,1 Euro), also 22 Cent mehr als zu Wochenbeginn. ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober stellt klar: "Das Ölembargo darf unmittelbar keinerlei Auswirkungen auf die Spritpreise haben. Jede Preissteigerung mit diesem Argument wäre inakzeptabel." Ölkontrakte werden mittelfristig abgeschlossen. "Öl, das jetzt gehandelt wird, wird erst in einigen Monaten ausgeliefert", erklärt Grasslober.

Dazu kommt, dass die EU lediglich sechs Prozent ihres Rohölbedarfs aus dem Iran bezieht. "Von einer drohenden Ölknappheit kann also überhaupt keine Rede sein", sagt der ÖAMTC-Experte. Im schlimmsten Fall müsste die Internationale Energieagentur (IEA) mittelfristig die vorhandenen Notstandsreserven verfügbar machen. Österreich zum Beispiel muss eine 90-tägige Pflichtnotstandsreserve vorhalten. Auch im vergangenen Jahr hatte die IEA angekündigt, wegen der Unruhen in Libyen 60 Millionen Barrel Rohöl aus Notreserven freizugeben. Nach der Bekanntgabe fielen die Preise unmittelbar auf ein Dreimonatstief. Auch damals war es in Österreich zu keinen physischen Engpässen gekommen.

"Die Spritpreise sind auf einem extrem hohen Niveau, die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Die Politik muss alles unternehmen, um die Konsumenten zu schützen", fordert Grasslober abschließend.

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