Volkshilfe mahnt: Kein Sparen auf dem Rücken der Armen

Volkshilfe fordert Investitionen in die Bildung, eine aktive Arbeitsmarktpolitik und den Ausbau von Steuern auf Vermögen und Grundbesitz

Wien (OTS) - "Die Anzahl der Armutsbetroffenen hat in unserem Land einen neuen Höchststand erreicht. Mit großer Sorge verfolgen wir deshalb die Sparpaket-Diskussionen, die Kürzungen im Bereich der sozialen Dienstleistungen bringen könnten. Die Budgetsanierung darf nicht auf Kosten der Ärmsten gehen", sagt Mag. (FH) Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, im Rahmen der heutigen Pressekonferenz.

"Armut in Österreich wird gemacht, sie ist 'Made in Austria'. Das kritisieren wir auch in unserer aktuellen Kampagne: Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst konsequent weiter. Das Phänomen 'Working Poor' greift um sich. Durch Einsparungen an falscher Stelle dürfen wir diese soziale Ungleichheit nicht weiter verschärfen", sagt Fenninger und betont weiter: "Wir müssen gegensteuern: durch den Ausbau von Steuern auf Vermögen und Grundbesitz, durch Investitionen in die Bildung und durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik."

Reiche werden reicher, Arme ärmer: Zahlen zur wachsenden sozialen Ungleichheit

In Österreich leiden 511.000 Menschen unter drückender Armut. Das heißt, dass 6,2% der Gesamtbevölkerung manifest arm sind. 313.000 Menschen können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten, 596.000 Personen sind mit Zahlungen im Rückstand (Quelle: EU-SILC 2011). "Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander", sagt Fenninger und verweist auch auf eine aktuelle Studie der OECD: In Österreich ist das Haushaltseinkommen des ärmsten österreichischen Bevölkerungszehntels um nur 0,6 Prozent pro Jahr gestiegen, während das Einkommen des Durchschnitts um 1,3 Prozent zunahm.

Armutsfallen in Österreich: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung

Mag.a Sieglinde Trannacher ist Leiterin der Projekte "Delogierungsprävention" und des "BeWo - Betreut Wohnen" im Hilda Schärf Haus der Volkshilfe Kärnten. "In der täglichen Beratungspraxis zeigt sich deutlich, dass insbesondere die Übergänge von einem Lebensabschnitt in den nächsten für zunehmend mehr Menschen in Österreich ein enormes Armutsrisiko bedeuten: Junge Erwachsene haben Schwierigkeiten, ein existenzsicherndes Einkommen zu lukrieren, der Übergang vom Erwerbsleben (oder der altersbedingten Erwerbsarbeitslosigkeit) in die Pension ist vielfach verbaut", sagt Sozialombudsfrau Sieglinde Trannacher. "Dazu kommen alltägliche Risiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennungen oder Behinderung, die von vielen nicht mehr selbstständig zu bewältigen sind", so Trannacher.

Spendenkampagne "Armut made in Austria"

Vor Weihnachten hat die Volkshilfe ihre neue Spendenkampagne "Armut made in Austria" gestartet. Ziel ist es, auf Armut in den unterschiedlichen Ausprägungen aufmerksam zu machen und Spenden für Menschen in Not in Österreich zu sammeln. Mehr Informationen unter www.armutmadeinaustria.at

Spendenkonto: Volkshilfe, PSK 90.175.000 BLZ 60.000, Spenden sind steuerlich absetzbar.

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