LH Dörfler fordert massive Durchforstung des Kammersystems

Erfreut über Prölls Forderungen und Reformgedanken - Kammersystem zu aufgebläht, Pflichtbeiträge halbieren

Klagenfurt (OTS/LPD) - Das in Österreich nach wie vor blühende Kammersystem sei schon lange nicht mehr zeitgemäß und erinnere eher an kommunistische Methoden als an ein modernes leistungsfähiges System, ist Landeshauptmann Gerhard Dörfler überzeugt. Er fordert ein Umdenken und Neuordnen vieler öffentlicher Bereiche im Zuge von Budgetkonsolidierungen und Optimierungsmaßnahmen, die gerade auch vor den Kammersystemen in Österreich nicht halt machen dürften.

"Es kann nicht sein, dass in der öffentlichen Verwaltung, wie beispielsweise in der Kärntner Landesregierung, rigorose Sparpakete in Angriff genommen werden, die Zahl der Abteilungen im Amt der Kärntner Landesregierung halbiert wurde und damit bereits jetzt über 200 Dienststellen eingespart werden konnten, und bei den Kammern und Verbänden in Österreich nichts unternommen wird, sondern aufgeblähte Apparate weiter verteidigt werden", sagt der Landeshauptmann, der seinem Kollegen aus Niederösterreich, Landeshauptmann Erwin Pröll, diesbezüglich völlig Recht gibt.

Der erste Schritt muss daher - forsttechnisch formuliert - ein radikales Durchforsten und ein Beschränken auf das unbedingt erforderliche Ausmaß der Kammern und so genannten Interessensvertretungen sein. Eine umfassende Reform dieser aufgeblähten Systeme hätte zur Folge, dass die derzeit eingehobenen Pflichtbeiträge umgehend halbiert werden müssten. Darüber hinaus würden die Unternehmen und Betriebe in ohnehin nicht ganz einfachen Zeiten ihr Kapital sinnvoller als in ein veraltetes Kammersystem investieren können.

Das derzeitige System von Kammern und Vereinigungen der unterschiedlichsten Art müsse ohnehin generell hinterfragt werden, stammt es doch aus einer Zeit, als im Zuge des großkoalitionären Proporzes jede Partei ihre eigenen Interessenvertretungen installiert habe. "Eine Entpolitisierung der derzeit bestehenden Vertretungen, ob bei der Wirtschaft, Landwirtschaft, im Sport, bei den Autofahrerclubs oder den Pensionistenverbänden, ist dringend notwendig und es könnte damit sehr viel Steuergeld eingespart werden", so Dörfler.

Die Zeit sei reif, dass die Reformverweigerer und Blender im Kammerstaat Österreich, die sich zu Lasten ihrer Pflichtmitglieder in ein völlig abgehobenes und teures System einzementiert haben, den Weg für ein notwendiges Durchforsten und Abspecken endlich frei geben, so Dörfler. "Der Speck muss weg. Das muss für alle gelten, besonders für den Kammerstaat Österreich. Die getroffenen Aussagen von LH Pröll zu diesem Thema werden hoffentlich endlich für ein Aufbrechen der starren Positionen in Wien sorgen", hofft der Landeshauptmann. Er freue sich darüber, dass das von ihm oft kritisierte teure Kammersystem erstmals auch von einem seiner höchsten Repräsentanten in Frage gestellt werde.
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