Lehrlingsausbildung: Gewerkschaft für Umlagefinanzierung

Nur 20 Prozent der Unternehmen bilden aus, PRO-GE fordert Fachkräftemilliarde

Wien (OTS/ÖGB) - Österreichs Wirtschaft lebt von qualifizierten Fachkräften. Während einerseits über Fachkräftemangel und über schlechte Vorbildung der Jugend gejammert wird, ist andererseits das Finden von qualifizierten MitarbeiterInnen die große Herausforderung. Doch nicht jedes Unternehmen beteiligt sich an der Facharbeiterausbildung und ist bereit Kosten dafür aufzuwenden. Sie spekulieren auf qualifizierte junge Menschen, die in anderen Unternehmen mit viel Aufwand ausgebildet wurden. Laut einem Bericht des Österreichischen Institut für Bildungsforschung (öibf) bilden nur rund 20 Prozent der Unternehmen Lehrlinge aus. "Das jetzige Förderungssystem in Österreich ist unübersichtlich. Eine Umlagefinanzierung würde den Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben schaffen. Es brächte Vorteile für jene Unternehmen, die sich guter Ausbildung widmen", sagt Rainer Wimmer, Vorsitzender der Produktionsgewerkschaft PRO-GE. ++++

So könnte laut dem Modell der Österreichischen Gewerkschaftsjugend eine "Fachkräftemilliarde" finanziert und zusätzlich in den nächsten fünf Jahren 750 Millionen Euro eingespart werden: Unternehmen zahlen ein Prozent der Bruttolohnsumme in einen Fonds ein. Aus den zur Verfügung stehenden Mitteln kann nicht nur die Lehrstellenförderung, sondern auch die überbetriebliche Lehrausbildung sowie die Weiterqualifizierung von ArbeitnehmerInnen finanziert werden.

Umlageverfahren haben sich in anderen europäischen Ländern schon bewährt. So haben Frankreich, Dänemark und die Schweiz unterschiedliche Finanzierungsmodelle ausgearbeitet. Auch in Österreich gibt es ein Vorzeigebeispiel in Sachen Finanzierung. In Vorarlberg hat sich die Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie bereits in den 70ern dazu entschlossen, einen Ausbildungsfond zu installieren.

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