ÖGJ zu Defizitabbau: Fachkräftemilliarde kann 750 Millionen einsparen

Wenn die Wirtschaft ihren gerechten Beitrag zur Fachkräfteausbildung bringt, spart das 750.000.000 Euro

Wien (OTS/ÖGB) - "Trotz vorausgesagter Konjunktureinbrüche jammert die Wirtschaft schon wieder lautstark über den kommenden Fachkräftemangel. Doch wer gut ausgebildete Fachkräfte braucht, muss treffsicher in die Ausbildung investieren", fordert Jürgen Michlmayr, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). "Und weil die Unternehmen freiwillig immer weniger ausbilden, hat die ÖGJ ein Modell entwickelt, wonach die Unternehmen ein Prozent der Bruttolohnsumme einzahlen müssen. Aus den zur Verfügung stehenden Mittel kann dann nicht nur die Lehrstellenförderung, sondern auch die überbetriebliche Lehrausbildung sowie die Weiterqualifizierung von ArbeitnehmerInnen finanziert werden. Der Bund spart sich dadurch in den nächsten fünf Jahren 750 Millionen Euro."++++

Eine Neuregelung der Lehrstellenförderung wurde aus mehreren Gründen notwendig: Die Wirtschaft kommt immer weniger selbst ihrer Verantwortung nach, die von ihr benötigten Fachkräfte auszubilden. "Auch die großflächig ausgeschüttete Gießkannenförderung für Lehrstellen hat daran nichts geändert", kritisiert Michlmayr. Hier ist der Bund eingesprungen und finanziert die Einrichtungen zur überbetrieblichen Lehrlingsausbildung - das kostet den Bund (über das Arbeitsmarktservice) jährlich 150 Millionen Euro.

Systemänderung, jetzt!

Die derzeitige Lehrstellenförderung wird über den Insolvenzfonds abgewickelt. "Das Problem dabei ist, dass das Geld nicht wirklich für die Ausbildung zweckgebunden ist, es kann auch für andere Ausgaben verwendet werden. Außerdem ist der Insolvenzfonds, wie schon sein Name sagt, hauptsächlich für Insolvenzen zuständig, und die werden in Krisenzeiten mehr, und für die Ausbildung bleibt kein Geld mehr übrig.

Qualitätsförderung statt Lehrstellenförderung

"Die Facharbeitermilliarde bietet außerdem die Chance, aus der reinen Lehrstellenförderung endlich eine echte Qualitätsförderung zu machen", so Michlmayr. Zwar soll es auch weiterhin eine Basisförderung für Betriebe geben, zusätzlich soll mit den Mitteln gezielter Qualitätsförderung auf die Bedürfnisse einzelner Branchen eingegangen werden. Michlmayr: "Damit wäre garantiert, dass die Wirtschaft nicht nur genügend viel, sondern auch bestens ausgebildeten Fachkräftenachwuchs finden kann."

SERVICE: Das detaillierte Konzept, das von ÖGJ unter Mithilfe des öibf (Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung) entwickelt und berechnet wurde, stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.

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