- 23.01.2012, 14:24:22
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Korrektur zu OTS Grünewald: Budgetkonsolidierung darf nicht zu Lasten von PatientInnen gehen
Grüne: Schwerste Mängel in der Versorgung psychisch kranker Menschen
Wien (OTS) - Korrektur: Im letzten Satz des dritten Absatzes muss
es heißen: "2009 gab die Sozialversicherung 46,8 Millionen Euro für
Psychotherapie aus".
In der heutigen Ausgabe des Standard spricht sich Christoph Klein vom
Hauptverband der Sozialversicherungsträger in einem Gespräch mit Eva
Mückstein vom Bundesverband der PsychotherapeutInnen erneut gegen
einen Gesamtvertrag für Psychotherapie und ein Wahlarztsystem aus.
"Der Hauptverband ignoriert weiterhin, dass 1992 in der
50.ASVG-Novelle die psychotherapeutische Behandlung der ärztlichen
Hilfe gleichgestellt wurde", kritisiert Kurt Grünewald,
Gesundheitssprecher der Grünen, "die Mängel und Ungleichheiten in der
Versorgung von psychisch kranken Menschen sind unerträglich".
Der Hauptverband hat kürzlich in einer Studie aufgezeigt, dass von
65.000 Personen, die derzeit in psychotherapeutischer Behandlung sind
lediglich 35.000 einen vollfinanzierten Kassenplatz haben. 30.000
Personen bekommen nur einen Kostenzuschuss in der Höhe von 21,80 Euro
und müssen mit mindestens 60 Euro Selbstbehalt rechnen. Dass sich das
viele Menschen nicht leisten können, liegt auf der Hand. "Als
Sofortmaßnahme muss der Kostenzuschuss der Krankenkassen dem
Verbraucherpreisindex angepasst werden und auf mindestens 30 Euro
erhöht werden", sagt Grünewald. Auch der Psychotherapiebeirat im
Gesundheitsministerium schrieb in einer Resolution vom 7.6.2011, dass
der Auftrag des § 133 Abs.2 ASVG nach ausreichender und zweckmäßiger
Krankenbehandlung nur unzureichend erfüllt wird. Dadurch entstehen
Somatisierungen und Chronifizierungen von psychischen Erkrankungen
mit erhöhten Folgekosten für das Gesundheitssystem.
"Wenn Klein mit notwendigen Einsparungen im Gesundheitsbereich
argumentiert, so ist das sehr kurzsichtig gedacht. Natürlich muss man
in manchen Bereichen zuerst einmal etwas investieren, damit man
mittel- und langfristig Einsparungen erzielt", so Grünewald. Das WIFO
hat errechnet, dass die Nicht-Behandlung von psychischen Erkrankungen
Kosten von geschätzten 2,8 Milliarden Euro verursacht. 2009 gab die
Sozialversicherung 46,8 Millionen Euro für Psychotherapie aus.
"Ich fordere alle Beteiligten auf, mit neuer Kraft an einer
Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung zu arbeiten, und
nicht die Vergangenheit oder die Budgetsituation als Hindernis
vorzuschieben", sagt Grünewald. Die Grünen haben in der letzten
Plenarsitzung einen Entschließungsantrag eingebracht, der die
Erhöhung des Kostenzuschusses für Psychotherapie unter Zugrundelegung
des Verbraucherpreisindexes für Gesundheitspflege und die
Sicherstellung einer gesamtvertraglichen Lösung für
psychotherapeutische Leistungen fordert.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:presse@gruene.at
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