• 23.01.2012, 13:34:51
  • /
  • OTS0172 OTW0172

Köstinger: Agrarreform darf Lebensmittelproduktion in Europa nicht verringern

Agrarausschuss im EU-Parlament übt massive Kritik an Gesetzesvorschlägen zur Reform der EU-Landwirtschaftspolitik

Brüssel (OTS) - 23. Jänner 2012 (ÖVP-PD) "Der Gesetzesvorschlag
zur Reform der EU-Landwirtschaftspolitik in seiner derzeitigen Form
würde zu einer Verringerung der Lebensmittelproduktion in Europa
führen. Die Mitverantwortung der EU an einer ausreichenden
Weltversorgung mit Lebensmitteln wird bisher ausgeblendet. Es ist
unverantwortlich, einen Rückgang der Produktion zu forcieren",
erklärt Elisabeth Köstinger, Agrarsprecherin der ÖVP im Europäischen
Parlament anlässlich des heutigen ersten Schlagabtauschs im
Landwirtschaftsausschuss des EU-Parlaments zur geplanten Reform.
Köstinger stellt auch in Frage, ob die Reformvorschläge tatsächlich
zu einer Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) von 2014
bis 2020 führen. "Hier hängt eine Bürokratiekeule über den
Landwirten. Selbst der Europäische Rechnungshof hat jetzt
festgestellt, dass durch die Reformen alles komplizierter wird und
die Ziele der Agrarpolitik verwässert werden", so Köstinger.

"Das EU-Parlament bekennt sich zu mehr Nachhaltigkeit in der
Produktion und will einen stärken Focus auf Ressourcenschutz. Doch
gerade bei Umweltmaßnahmen muss man die regionalen Gegebenheiten der
Mitgliedsstaaten verstärkt berücksichtigen, anstatt
planwirtschaftlich zu zentralisieren. Welche Fruchtfolgen wann
vorgegeben werden, sollen die Bäuerinnen und Bauern selbst
bestimmen", fordert Köstinger. Vor allem der Vorschlag, dass sieben
Prozent der Anbaufläche ökologische genutzt werden müssen, würde zu
einer erzwungenen Flächenstilllegung führen. Das wiederum hätte zur
Folge, dass Flächen aus der Produktion genommen werden und die für
Tierfutter dringend benötigten Proteine von außerhalb der EU
importiert werden müssten. "Um es in aller Deutlichkeit zu sagen:
Wenn die EU mehr Tierfutter importieren muss, dann wird in Brasilien
und Indonesien der Regenwald abgeholzt. Eine solches vordergründiges
'Greening' der EU-Landwirtschaft ist global gesehen sicher keine
Ökologisierung, sondern verantwortungslos", so Köstinger.

Der Europäische Rechnungshof (EuRH) kritisiert in einem diese Woche
erscheinenden Bericht, dass die Reformvorschläge nicht zu einer
"Vereinfachung" der GAP führten. Außerdem werde zu wenig deutlich,
welche Handlungen Landwirte, die Förderungen aus dem EU-Agrarbudget
erhalten, setzen müssen und wie sich diese auswirken. Köstinger ist
Chefverhandlerin der EVP-Fraktion für die Reform der Zweiten Säule
der GAP.

Rückfragehinweis:
MEP Elisabeth KÖSTINGER, Tel.: +32-2-284-5211 (elisabeth.koestinger@europarl.europa.eu)
Daniel Köster M.A., EVP Pressedienst, Tel.: +32-487-384784 (daniel.koster@europarl.europa.eu)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel