ORF: Küberl für Maßnahmen gegen "Eindruck von Wahlgeschäften"

Kirchenvertreter im ORF-Stiftungsrat lobt Courage der Redakteure

Wien, 22.01.12 (KAP) Die "Causa Pelinka" sei "einen Millimeter vor dem Abgrund beendet worden", nun gelte es im ORF Maßnahmen zu setzen, um in Zukunft den "Eindruck von Wahlgeschäften" zu vermeiden: Das sagte Caritas-Präsident Franz Küberl - als Kirchenvertreter seit langem Mitglied im Stiftungsrat, dem obersten ORF-Gremium - am Sonntag in einem "Kathpress"-Interview. Küberl sprach sich für ein "erwachsenes und transparentes Verhältnis" zwischen Parteipolitik und ORF aus. Er wünsche sich - wie es sagte -Debatten nicht über die Personalpolitik des ORF, sondern über dessen Programme.

Küberl selbst wird einen Beitrag zur Entflechtung zwischen Politik und ORF leisten: Er leitet eine Arbeitsgruppe, die für den Stiftungsrat einen Vorschlag ausarbeiten soll, wie eine "Cooling-Off-Phase" zwischen dem Ausscheiden aus dem Rat und der Übernahme eines auschreibepflichtigen ORF-Postens aussehen könnte. Bisher sei die Rede von mindestens einem Jahr Abstand.

Küberl plädiert jetzt für klare Weichenstellungen, dass die jüngsten Anlassfälle die letzten sein sollen, die signalisieren, dass man "auf so eine Weise" zu Funktionen im ORF kommt. Da gelte es sich "von einem System zu verabschieden", der Einfluss der Parteien müsse Grenzen haben.

Küberl warnte im "Kathpress"-Interview zugleich vor einer Überschätzung des ORF-Stiftungsrates: Dieses Gremium könne immer nur ein "kontrollierendes und reflektierendes Gegenüber der Geschäftsführung" sein. Diese solle von sich aus auf politische Unabhängigkeit achten, wie dies etwa in den Ären der Generalintendanten Gerd Bacher oder Gerhard Zeiler besser gelungen sei, so die Einschätzung Küberls. Zuletzt habe sich der Redakteursrat mit seinen deutlichen Wortmeldungen Verdienste um mehr Unabhängigkeit im ORF gemacht und "eine Unerschrockenheit im Umgang mit Macht und Einflussnahme gezeigt, von der sich die ORF-Oberen eine Scheibe abschneiden könnten". Die Kompetenz und das Berufsethos der Redakteure bezeichnete Küberl wörtlich als das "Fort Knox des ORF", als dessen "Goldschatz".

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