Neues Volksblatt: "Verteilte Last" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 21. Jänner 2012

Linz (OTS) - Die Quadratur des Kreises ist ein Kinderspiel im Vergleich zum Schnüren des Sparpakets. Es ist unmöglich, die verschiedenen Positionen so unter einen Hut zu bringen, dass alle Gruppierungen ihre Interessen zu hundert Prozent gewahrt sehen. Anders gesagt: Wer sich besonders einbetoniert, ist am Ende zu unbeweglich, als dass er mit einem Kompromiss noch leben könnte. Die Kunst der Regierung wird es nicht sein, dass am Ende des Tages niemand beleidigt ist, sondern, dass dem Sparpaket ein größtmöglicher Gerechtigkeitscharakter anhaftet. Oberösterreichische ÖAAB-Vertreter haben das mit einem Vergleich illus-
triert: Tragen zwei oder drei Menschen einen schweren Sack, brechen sie unter der Last zusammen; tragen ihn viele Menschen, ist die Last bewältigbar. In Zahlen ist diese Last bereits gefasst: es geht um zehn Milliarden Euro bis 2016, das ist enorm viel Geld. Aber, nur so zum Vergleich: Zuletzt gaben die Österreicher im Jahr vier Milliarden Euro für den Urlaub aus, jeder Österreicher - vom Säugling bis zum Greis - hat statistisch eineinhalb Handys und alleine im Dezember erzielte der Handel im Weihnachtsgeschäft zusätzlich einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro. Wir dürfen sicher ein wenig jammern, wenn das Sparpaket geschnürt ist, aber - siehe oben -, wenn die Maßnahmen gerecht verteilt sind, muss es zum "derheben" sein.

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