Kirche geht Vorbeugung von sexuellem Missbrauch global an

Internationales Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana in München eröffnet

München, 20.01.12 (KAP) Die katholische Kirche verstärkt ihre weltweiten Anstrengungen zur Vorbeugung von sexuellem Missbrauch. Am Freitag wurde in München ein internationales Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana eröffnet. Ein Expertenteam wird dort in den nächsten drei Jahren ein mehrsprachiges, internetbasiertes Präventions-Lernprogramm für Kirchenmitarbeiter entwickeln und mit Kooperationspartnern in acht Ländern erproben.

Träger des Zentrums ist die Erzdiözese München-Freising. Sie bringt mit den deutschen Diözesen Augsburg, Osnabrück, der Kongregation der Barmherzigen Schwestern und privaten Sponsoren auch die Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro auf. Die Einrichtung wird bei einem Kongress, zu dem fast alle der 124 nationalen Bischofskonferenzen Delegierte entsenden, Anfang Februar in Rom vorgestellt.

Das Symposium sei "ein weiterer Schritt auf einem langen und schmerzhaften Weg", sagte der Vizerektor der Gregoriana, Hans Zollner. Die flächendeckende Präsenz aller Kontinente zeige, "dass es ein Bewusstsein gibt, dass sich etwas ändern muss", so der Jesuitenpater. Nach der Aufarbeitung der Übergriffe und der Sorge für die Opfer gelte es, in der Kirche eine neue Kultur des Hinsehens zu etablieren. Von ihrem Selbstverständnis her sei die Kirche ein gewaltfreier Ort.

Der Kongress wird vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, eröffnet. Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx hält einen Vortrag. Weitere Teilnehmer sind 30 Ordensobere, Rektoren großer Priesterseminare, Experten und Missbrauchsopfer. Laut Zollner müssen außerdem bis zum Sommer auf Anweisung der Glaubenskongregation alle Bischofskonferenzen Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch erlassen.

Der Lehrplan des Trainingskurses für kirchliche Mitarbeiter ist auf 30 Stunden ausgelegt. Nach einer Prüfung gibt es ein Zertifikat der Gregoriana. Inhaltlich geht es unter anderem um das Erkennen von Risikofaktoren für Missbrauch, Gesprächsführung mit Opfern und deren Familien, Sofortmaßnahmen, Rechtsgrundlagen und die Reflexion eigenen Verhaltens. Die ersten Trainings sollen im September beginnen. Kooperationspartner gibt es in Argentinien, Ecuador, Indien, Indonesien, Italien, Kenia, Ghana und Deutschland.

Hinweis: Die Internetadresse des Kinderschutzzentrums lautet www.elearning-childprotection.com

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