Armutskonferenz befürchtet Kürzung bei Notstandshilfe und Beratungsstellen

Soziales Netz muss gerade dann halten, wenn man es am meisten braucht

Wien (OTS) - Mit Sorge verfolgt die Armutskonferenz die in den jüngsten Tagen publik gewordenen Kürzungsvorschläge in der Notstandshilfe. Wenn diese umgesetzt werden, drohen auch in Österreich Entwicklungen wie sie in Deutschland im Zuge der Hartz-IV-Maßnahmen zu beobachten sind. Einsparungen im unteren sozialen Netz führen zu einer Abwärtsspirale, die Armutssituationen verschärft und verlängert. Zudem würde es die Zahl der Personen im untersten Netz massiv erhöhen: Während in Österreich derzeit 1% der Bevölkerung Mindestsicherung beziehen, sind in Deutschland 10% im Hartz-IV-System.

Um die Abwärtsspirale zu verhindern, ist zudem auch zukünftig ein ausreichendes Angebot an Beratungsstellen und sozialen Dienstleistungen notwendig. Wenn im Sparpaket auch an diesen Stellen gekürzt wird, verschlechtern sich die Chancen aus der Armut herauszukommen weiter. Gerade für jene, die es sich nie gedacht hätten, dass sie einmal von Armut betroffen sein werden, sind Beratung und Hilfe wichtig, um möglichst rasch wieder Fuß fassen zu können.

Das soziale Netz muss gerade dann halten, wenn man es am meisten braucht. Jetzt dort zu kürzen, bedeutet Armutsrisken zu erhöhen, statt Armut nachhaltig zu bekämpfen. Die Armutskonferenz erinnert die österreichische Bundesregierung an ihre im Rahmen der Europa-2020-Strategie eingegangene Verpflichtung, die Armut in den nächsten Jahren um mindestens 20% zu reduzieren.

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