Öllinger: Jahrestag der Wannseekonferenz - Antisemitismus bleibt Gefahr für Gesellschaft

Heute, Freitag, Uni Wien - Lesung aus den Protokollen der Wannseekonferenz mit Eckert, Maertens und Steinhauer

Wien (OTS) - "Welche Rolle spielen Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Gesellschaft? Ist eine antisemitisch und rassistisch motivierte Massenvernichtung auch heute noch möglich? Welche Gefahren gehen von derartigen Hassideologien für die demokratische Gesellschaft aus? Diese Fragen muss sich eine Gesellschaft immer wieder stellen. Der Jahrestag der Wannseekonferenz von 1942, bei der die organisatorischen Voraussetzungen für die Shoah geschaffen wurden, ist Anlass, diese Frage zu stellen", meint der Abgeordnete der Grünen, Karl Öllinger.

Der unfassbar zynische, in einer rein administrativen und organisatorisch-technischen Sprache gehaltene Inhalt des Protokolls der Konferenz ist vielen Menschen nicht bekannt. Gerade deshalb wird der Text des Protokolls heute von Andrea Eckert, Michael Maertens und Erwin Steinhauer auf der Uni Wien gelesen.

Ort: Neues Institutsgebäude der Uni Wien - Hörsaal II
Beginn: 17 Uhr 30
Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung wird unter der Adresse www.gruene.at live gestreamt.

Einige Zitate aus der Lesung:
Aus den Waidhofener Beschlüssen der deutschnationalen Burschenschaften von 1896:
"Der Verkehr mit einem Juden ist daher entehrend; man muss jede Gemeinschaft mit Juden vermeiden."

Aus dem Protokoll der Wannseekonferenz (1942):
"Der allfällig endlich verbleibende Restbestand wird, da es sich bei diesem zweifellos um den widerstandsfähigsten Teil handelt, entsprechend behandelt werden müssen, da dieser, eine natürliche Auslese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines neuen jüdischen Aufbaues anzusprechen ist."

Der ausschließende Antisemitismus ist aber auch nach der Niederlage des Nationalsozialismus aktuell. Die akademische Burschenschaft Suevia schreibt im Jahr 1960:
"Wir wollen und können es von Nichtdeutschen gar nicht verlangen, daß sie sich zum Deutschtum bekennen und stehen auf dem allein burschenschaftlichen Standpunkt, daß somit auch der Jude in der Burschenschaft keinen Platz hat."

Und selbst im Jahr 2011 schreiben akademische Burschenschaften noch:
"Personen mit mehrheitlich außereuropäischen Vorfahren sind unter Hinweis auf die Abstammungsgemeinschaft eines Volkes dementsprechend keine Angehörigen des deutschen Volkes. Sie schulden auch nicht das identitätsstiftende Eintreten für das deutsche Volk im vorgenannten Sinne."

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