Energie Talk der EAA: Muss Energie teurer werden?

Wien (OTS) - Wie kann die Energiewende gelingen? Wer gewinnt in
der Konfrontation Umweltschutz versus Klimaschutz? Ist es möglich, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern, ohne die Natur zu zerstören und das Klima zu schädigen?

Beim Energie Talk IX der EnergieAllianz Austria diskutierten im Saturn Tower der Naturwissenschaftler und Umweltökonom Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker und Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG zum Thema "Umweltschutz versus Klimaschutz". Dabei haben sie einen spannenden Ausblick in die Zukunft der Energiewirtschaft geboten:

Der riesige Energiehunger geht laut Grohmann derzeit vor allem von aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie China und Indien aus. Er sieht daher "eine ungebrochen steigende Nachfrage nach Öl und Erdgas". Aus seiner Sicht ist ein hoher Ölpreis auch wichtig für die Energie- und Umweltpolitik: Denn dieser stelle die Versorgung sicher und führe zu einem verantwortungsvolleren und effizienteren Umgang mit Energie. "Außerdem rechnen sich viele alternative Energieformen eher erst bei einem hohen Ölpreis als bei einem niedrigen", sagt Grohmann.

"Wir müssen Energie teurer machen"

Weizsäcker will den Klimaschutz über den Umweltschutz stellen. Dass sich Industriebetriebe, Unternehmen und Konsumenten konstant niedrige Energiepreise wünschen, sei nicht zukunftsweisend und müsse ein Ende haben, fordert er: "Energie sollte in kleinen Schritten, parallel mit dem Fortschritt der Energieproduktivität, teurer gemacht werden." Zugleich müsse aber durch ein sozialverträgliches Modell sicher gestellt werden, dass die durchschnittlichen monatlichen Energieausgaben von privaten Haushalten gleich bleiben.

Bei der effizienten Nutzung von Energie seien die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft, sondern um ein Fünffaches steigerbar. "Es muss das Ziel sein, fünf Mal so viel Wohlstand aus einer Kilowattstunde herauszuholen", erklärt von Weizsäcker: "Technisch ist diese Energieeffizienz möglich, aber unter den Bedingungen billiger Energie wird sie nicht stattfinden - daher benötigen wir höhere Preise."

Grohmann sagt, er finde es "gut und richtig, dass wir große Anstrengungen in die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien setzen". Dennoch bestehe ein deutlicher Unterschied in der Größenordnung. Während heute 80 Prozent der Primärenergie aus fossilen Energieträgern stammen, mache der Anteil der erneuerbaren Energie wenige Prozent aus. "Da stehen wir erst am Anfang und werden in den nächsten Jahrzehnten an Öl und Gas nicht vorbeikommen", sagt er. Effizienz und Produktivität auf die Nutzung von Energieressourcen anzuwenden, halte er dagegen für eine lohnende Sache. "Wir müssen anstreben, dass wir durch die Erhöhung des Wirkungsgrades weniger Energie brauchen", sagt Grohmann.

Einig waren sich von Weizsäcker und Grohmann auch in der Ablehnung, aus Nahrungsmitteln Treibstoff herzustellen. "Ich finde es perfide, die Probleme der CO2-Emissionen dadurch lösen zu wollen, dass wir Nahrungsmittel knapper und teurer machen", sagt Grohmann.

Bis die Energiewende erreicht sei, werde es "noch ein sehr schwieriger und langer Weg", meint Grohmann. Von Weizsäcker zeigt sich optimistisch: "Es muss gelingen, ernsthaften Klimaschutz und zugleich Wohlstand zu schaffen."

Über EAA-EnergieAllianz Austria:

Die EAA-EnergieAllianz Austria - mit Standorten in Österreich (Wien, Linz) und Deutschland (Essen, München, Berlin) - zählt zu den führenden Energievertriebsunternehmen in Mitteleuropa. Das Unternehmen beliefert 3,2 Mio. Kundenanlagen mit Strom, Erdgas und allen dazugehörenden Services und Dienstleistungen. Im letzten Geschäftsjahr erwirtschaftete die EAA einen Umsatz von über 2 Mrd. EUR und belieferte Kunden in allen Verbrauchsegmenten mit insgesamt 18 TWh Strom sowie 17 TWh Erdgas.

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