Razborcan: Einstimmige Ablehnung weiterer Verschlechterungen für die MitarbeiterInnen auf den Flughäfen

Keine weiteres Lohn- und Sozialdumping durch zusätzliche Liberalisierung der Bodenabfertigungsdienste

St. Pölten, (OTS/SPI) - Einen wichtigen Schritt gegen die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der MitarbeiterInnen der Bodenabfertigungsdienste am Flughafen Wien-Schwechat setze gestern auf Initiative der SPNÖ der Europaausschuss des NÖ Landtags. Der Europaausschuss beschloss in seiner gestrigen Sitzung, einen Landtagsbeschluss herbeizuführen mit dem die NÖ Landesregierung aufgefordert wird bei Bundesregierung und EU-Kommission darauf zu drängen, dass diese weiteren negativen Liberalisierungsschritte nicht umgesetzt werden.

Mit der Richtlinie der Europäischen Kommission vom 15. Okt. 1996 über den "Zugang zum Markt der Bodenabfertigungsdienste (BVD) Leistungen auf den Flughäfen der Gemeinschaft" wurde eine Liberalisierung der Bodendienste auf den europäischen Flughäfen begonnen. Die Praxis hat bisher gezeigt, dass sich die Qualität der Bodenabfertigung aber eher verschlechtert als verbessert hat. Unter anderem werden heute 70 % der Verspätungen mittlerweile durch Probleme am Boden verursacht. Die Einführung der 1996-Richtlinie hat zugleich zu einem Lohnverfall bei den MitarbeiterInnen der Bodenabfertigungsdienste um durchschnittlich etwa 20 % geführt. Trotz all dieser Nachteile will die EU weiter liberalisieren - und damit die Möglichkeiten von Sozial- und Lohndumping ausweiten.

"Die NÖ Sozialdemokraten und die Belegschaftsvertreter vor Ort haben sich sofort gegen weitere Liberalisierungsschritte, die zudem die Qualität und die Sicherheit gefährden, ausgesprochen. Die Flughafen Wien AG beschäftigt rund 4.500 MitarbeiterInnen, die für den reibungslosen Ablauf des Betriebes für die rund 20 Millionen PassagierInnen (2011) sorgen. Der Bodenverkehrsdienst ist einer der beschäftigungsintensivsten Bereiche am Flughafen, gleichzeitig aber zählt er auch zu den Bereichen mit dem geringsten Lohnniveau. Eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs würde daher zu weiterem Lohndumping, der Ausweitung von Leiharbeit und sowie zu mehr befristeten Arbeitsverhältnissen führen. Werden die Pläne der EU-Kommission nämlich umgesetzt, würden sich Tür und Tor für Billigunternehmen öffnen. Besonders die Bestrebungen, dass die Flughafenbetreiber selbst keine Abfertigungsdienste mehr anbieten dürfen, sind strikt zurückzuweisen", so der Europa- und Verkehrssprecher der SPÖ-NÖ, LAbg. Gerhard Razborcan.
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