Nach Pelinka-Rückzug: Vilimsky für Transparenzregelung bei ORF-Journalisten und Moderatoren

Offenlegung soll auch für Politikberater, Markt- und Meinungsforscher sowie sonstige Experten gelten

Wien (OTS) - Nachdem die ORF-Redakteure nach dem Rückzug von Nikolaus Pelinka die Unabhängigkeit ausgerufen haben und feiern, soll nun in einem weiteren Schritt auch die Unabhängigkeit der Redakteure und Moderatoren selbst in öffentlicher Art bekundet werden, indem etwaige Nebeneinkünfte offenzulegen sind, fordert heute FPÖ-Generalsekretär NAbg. Harald Vilimsky. Konkret geht es darum, ob durch Coaching-, Berater- oder sonstige Verträge jene Personen, welche als moralisches Gewissen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auftreten, auch keinerlei Nebeneinkünfte von Organisationen oder Personen erhalten, welche sie einerseits beraten und trainieren und andererseits dann öffentlich interviewen.

Informationen darüber gebe es nämlich zahlreiche, etwa dass bekannte Investigativreporter und Moderatoren des ORF fette Verträge mit Organisationen und Personen haben, mit denen ein optimales Interview-Verhalten trainiert wird, und eben diese Personen dann als Interviewpartner live auf Sendung gehen und zu Themen befragt werden, welche vorher gegen gutes Geld einstudiert hat. Auch Lobbyisten vom Schlag eines Peter Hochegger sollen bei ihren "Unternehmensberatungen" gerne auf die Dienste prominenter Journalisten zurückgreifen. "Das ist schlichtweg inakzeptabel. Jeder Gebührenzahler und auch jeder anständige Journalist hat das Recht darauf zu erfahren, ob es solche Verträge gibt und wer diese mit wem abgeschlossen hat. Für Politiker ist es eine Selbstverständlichkeit, jegliche Einnahmequelle offenzulegen. Wer Politiker in moralischer Weise im öffentlich-rechtlichen Rundfunk interviewt und bewertet, muss dieselben Maßstäbe auch an sich selbst anlegen", so Vilimsky.

Diese Transparenzdatenbank des öffentlich-rechtlichen Rundfunks solle auch jene Personen miteinschließen, welche als Politikberater, Markt-und Meinungsforscher oder sonstige Experten auftreten. "Viele davon stehen nämlich auf der Gehaltsliste von Parteien oder Organisationen und erklären dann auf Sendung, wie die Parteien oder bestimmte Organisationen, von denen sie möglicherweise versteckte Geldzuwendungen erhalten, zu bewerten sind. Auch das ist völlig untragbar", stellt Vilimsky fest. Der Pelinka-Rückzug sei ein guter Schritt in Richtung etwas mehr Unabhängigkeit des ORF, jetzt mögen die Redakteure und Moderatoren den nächsten gehen und eine Transparenzregelung befürworten, um den schlimmen Geruch, dass der eine oder andere "eingekauft" sei, wegzubekommen, fordert Vilimsky.

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