Karlheinz Töchterle: Universitäten tragen bei der Pädagogenbildung hohe Verantwortung

Wissenschafts- und Forschungsminister im Plenum des Nationalrats

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle ging in seiner heutigen Rede im Nationalrat auf einige Aspekte des Bildungsvolksbegehrens ein, die die Hochschulen direkt betreffen und appellierte, den "Schlüsselweg" zu gehen:
"Konzentrieren wir uns auf die Ziele der Bildung und geben den Weg zum Erreichen der Ziele jenen frei, die am besten wissen, wie man sie erreicht - den Bildungsinstitutionen selbst." Dies gelte gerade auch für die PädagogInnenbildung NEU, an der derzeit gearbeitet wird.

"Jene Institutionen, die auch jetzt bereits an der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer arbeiten, sollen dies auch künftig tun - aber in verstärkter Zusammenarbeit", so Töchterle. Er sehe hier an den Universitäten eine "große Verantwortung. Denn es ist klar, dass die qualitativ hochwertige Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen von der Wissenschaft getragen werden muss." Daher sei die Einbindung der Universitäten in die PädagogInnenbildung NEU "unumgänglich und zentrales Element einer qualitativen Ausbildung. Wir brauchen die besten Lehrerinnen und Lehrer - und die müssen wissenschaftsbasiert ausgebildet werden."

"Wir können trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen den Hochschulen mehr Mittel bereit stellen. Das ist ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu diesem wichtigen Zukunftsfeld", so der Minister weiter. 750 Millionen Euro gibt es an zusätzlichen Mitteln, die Offensivmittel in Höhe von 240 Millionen Euro konnten gesichert werden. "Hochschulen werden aber auch bei deutlich mehr Mitteln immer auch Kapazitätsgrenzen haben", plädierte der Minister für eine Studienplatzfinanzierung und entsprechende Zugangsregeln. Er sieht darin eine "Lenkung und keine Beschränkung der Studierendenströme. Denn: Zugangsregeln dürfen keinen Menschen von einem Studium abhalten."

"Unumgänglich" ist aus Sicht des Ministers die Steigerung des privaten Finanzierungsanteils. "Wir liegen bei der Finanzierung durch die öffentliche Hand im internationalen Vergleich weit vorne, bei den privaten Mitteln hinken wir hinterher. Es ist gerecht, sinnvoll und effektiv, mit sozial verträglichen Studienbeiträgen zur Steigerung des privaten Anteils beizutragen", spricht sich Töchterle für einen "Finanzierungsmix aus, um das 2-Prozent-Ziel bis 2020 zu erreichen". Weiters betonte er, dass Studienbeiträge - das lasse sich durch internationale Studien belegen - keine Auswirklung auf die soziale Durchmischung an den Universitäten haben. "Um eine bessere soziale Durchmischung zu erreichen, müssen wir bereits viel früher - im Kindergarten und im vorschulischen Bereich - ansetzen."

Weiters ging der Minister auf das Lebenslange Lernen ein, wo es zweifellos noch viel zu tun gebe, aber die Regierung mit der im Vorjahr präsentierten Strategie einen konkreten Plan habe. "Da werden auch die Universitäten und Fachhochschulen kräftig mitarbeiten", so Töchterle. Betreffend die Akademikerquote hielt der Wissenschaftsminister fest: "Nicht jedes gelingende Leben muss durch eine Universität gehen. Die Wirtschaft braucht eine Fülle an Qualifikationen. Und wir müssen alle Berufe und Wege wertschätzen, nicht nur die universitären. Das starre Schielen auf die Akademikerquote ist nicht zielführend."

Abschließend appellierte der Minister, gerade auch bei der Diskussion um das Bildungssystem nicht immer nur die Schwächen zu sehen. "Unser Bildungssystem hat auch Stärken - sonst wären wir nicht da, wo wir sind. Besinnen wir uns auch auf unsere Stärken."

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