Stadt Wien seit langem aktiv in Sachen Mehrweg

Aktuelle Studie bestätigt einmal mehr die Vorzüge der Mehrwegverpackungen.

Wien (OTS) - Die Stadt Wien ist seit langem Vorreiterin in Sachen Abfallvermeidung und Ressourcenschonung und damit einhergehend aktiv mit Maßnahmen in Sachen Mehrwegverpackungen. Einmal mehr bestätigt die kürzlich präsentierte Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) die Vorzüge von Mehrweggebinden gegenüber der Einwegflasche: Die klassische Mehrwegflasche ist nicht nur ökologisch überlegen, sondern punktet aus Sicht der Nachhaltigkeit auch ökonomisch und sozial. Bei dieser Bewertung wurden alle Stufen der Wertschöpfung berücksichtigt - von der Abfüllung der Flaschen über die Rücknahme bis hin zur Wiederbefüllung bzw. Verwertung und Entsorgung. "Als Stadt Wien kämpfen wir seit langem für verpflichtende Mehrwegquoten, die Entwicklung ist dramatisch, die Mehrwegflasche eine seltene Spezies im Getränkeregal und gesetzliche Regelungen auf Bundesebene überfällig", so Umweltstadträtin Ulli Sima.

Die Stadt Wien setzt mit seinen zahlreichen Projekten im Rahmen der Initiative "natürlich weniger Mist" seit langem positive Zeichen, um den WienerInnen den nachhaltigen Umgang mit Abfällen näherzubringen. Diese Projekte beziehen sich auf den gesamten Lebenszyklus von Produkten, beispielsweise durch die Verwendung von Mehrwegprodukten oder durch die Forcierung von reparaturfreundlichen Produkten oder von Reparaturdienstleistungen. Aber auch die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung ist ein wichtiger Schwerpunkt der Aktivitäten der Stadt Wien. Die Stadt Wien fungiert darüberhinaus in den eigenen Reihen als Vorreiterin. So orientiert sich die gesamte öffentliche Beschaffung im Rahmen des -international mehrfach ausgezeichneten - Programms "ÖkoKauf Wien" nach ökologischen Kriterien. Die Verwendung von Mehrwegbechern und Mehrweggetränkeverpackungen bei Veranstaltungen wird bereits seit 2005 erfolgreich umgesetzt und wird weiter forciert.

Wien setzt sich seit vielen Jahren für Mehrweg ein

Aktiv setzt sich Wien für Mehrwegsysteme bei Getränken im Handel ein und nimmt dabei eine klare Vorreiterrolle in Österreich ein. Als wichtige Vorarbeit für Lösungsmodelle wurde seitens der Stadt Wien, des Landes Salzburg und der Wiener Umweltanwaltschaft die Studie "Mehrweg hat Zukunft!" in Auftrag gegeben, in der Modelle zur Steigerung des Einsatzes von Mehrweggetränkeverpackungen in Österreich entwickelt wurden. Diese Modelle wurden bereits im Juni 2009 präsentiert und mit in- und ausländischen ExpertInnen diskutiert.

Seit Dezember 2010 liegt mit dem Ökobonus-Modell ein geeigneter Vorschlag vor, der von den ExpertInnen der Bundesländer gemeinsam mit dem Umweltministerium ausgearbeitet wurde. Doch für eine legistische Absicherung von Mehrweg konnte sich der Bundesminister bis jetzt nicht entscheiden.

Freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft gescheitert.

Die bisherigen freiwilligen Selbstverpflichtungen der österreichischen Getränkewirtschaft haben für Mehrweg keine positive Wirkung gebracht. Die Mehrwegquote im Handel sinkt seit Jahren, bei Mineralwasser ist der Mehrweganteil seit dem Jahr 2000 von 64,6% auf 16,3% gesunken. Der Anteil an Mehrweggebinden bei Getränken (Wasser, Bier, Limonade, Fruchtsaft und Milch) ist seit 2007 von 24,2% in nur drei Jahren auf 18,3% gesunken. In der Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen (2008 - 2017) ist Mehrweg überhaupt kein Thema mehr.

Erste Erfolge für Mehrweg

Im Juni 2012 einigten sich die österreichischen Sozialpartner auf ein breites Bündel von Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Performance von Getränkeverpackungen. Im Mittelpunkt steht die Attraktivierung von Mehrwegflaschen, die Steigerung der Recyclingquoten bei Metalldosen und PET-Gebinden und die Bekämpfung des Wegwerfens von Müll in öffentlichen Räumen und in der Natur (Littering). Mit dieser Einigung hat sich erstmals auch die Wirtschaft klar zu Mehrweg bekannt.

Die Sozialpartner haben sich darauf geeinigt, den Anteil von Mehrweggebinden bei Getränken im Handel auf dem Niveau von 2010 (22,1 %) zu stabilisieren. Allerdings ist das Maßnahmenpaket Teil der freiwilligen Selbstverpflichtung und daher ohne rechtliche Verbindlichkeit. Wenn der Negativ-Trend bei Mehrweg nicht gestoppt werden kann, wird nach Angabe des Ökologie-Institutes 2017 das letzte Jahr sein, in dem man eine Mehrwegflasche für Mineralwasser im Regal finden wird.

Informationen der Stadt Wien zu Mehrweg und aktiver Abfallvermeidung:

o www.umweltschutz.wien.at/abfall/mehrweg.html
o www.wenigermist.natuerlichwien.at

Download der Studie von PwC:

o http://www.duh.de/pwc_getraenkestudie.html

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Dr. Mathilde Urban
Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22
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E-Mail: mathilde.urban@wien.gv.at
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