Ö3-GEISTERFAHRERSTATISTIK 2011

Niedrigste Zahl an Geisterfahrer-Meldungen seit Beginn der Aufzeichnungen

Wien (OTS) - Im Jahr 2011 hat die Ö3-Verkehrsredaktion 366 Mal vor Geisterfahrern gewarnt. Das ist die niedrigste Zahl an Meldungen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994. Gegenüber 2010 hat sich die Anzahl um 36 Meldungen reduziert (2010: 402 Meldungen), das entspricht einem Minus von 9 Prozent. Der Rückgang und der neue Tiefststand sind auf die positive Entwicklung in den ersten drei Quartalen zurückzuführen. In den ersten drei Monaten verringerte sich die Zahl gar um ein Drittel. Lediglich im vierten Quartal 2011 hat es einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 gegeben.

Der stärkste Monat war der Oktober mit 52 Meldungen, der schwächste der März mit zehn Geisterfahrer-Warnungen - der niedrigste Wert für einen Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders erfreulich:
Erstmals seit 1987 kam in einem Jahr bei Unfällen mit Geisterfahrern keine einzige Person ums Leben.

Das Bundesländerranking wird seit 2008 von Niederösterreich angeführt, obwohl sich die Zahl der Geisterfahrer in Niederösterreich um rund ein Zehntel verringert hat. Auf Rang 2 folgt die Steiermark, auf Rang 3 Oberösterreich - die beiden Bundesländer tauschen gegenüber 2010 die Ränge. Am Ende der Reihung liegt - wie schon in den Jahren davor - das Burgenland. Zuwächse verzeichnen die Steiermark, Salzburg, Wien und Vorarlberg. Rückgänge gibt es in Niederösterreich, deutliche in Oberösterreich und in Kärnten sowie im Burgenland. In Tirol ist die Anzahl gegenüber 2010 gleich geblieben.

Die Südautobahn (A2) ist 2011 (auch aufgrund ihrer größten Gesamtlänge) in absoluten Zahlen die Autobahn mit den meisten Geisterfahrern geblieben. In Relation zur Gesamtlänge (Anzahl der Geisterfahrer pro Kilometer) waren auf der A5, der Nordautobahn, die meisten Falschfahrer unterwegs. Das am stärksten betroffene Teilstück war die Semmering Schnellstraße (S6) im steirischen Abschnitt mit 15 Meldungen. Der Sonntag war 2011 der Wochentag mit den meisten Warnmeldungen. Tagesrekord: An mehreren Tagen wurden vier Geisterfahrer gezählt. Im März (vom 18.3. bis 30.3.) gab es eine Phase von knapp 12 Tagen in Folge ohne eine einzige Geisterfahrer-Meldung auf Ö3 - die bisher längste "geisterfahrerlose" Zeit im Ö3-Verkehrsservice seit Beginn der Aufzeichnungen.

ANALYSE IM DETAIL:

WIEVIELE Geisterfahrer waren unterwegs?

366 Geisterfahrermeldungen im Ö3-Verkehrsservice im Jahr 2011 sind die geringste Anzahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994. Die bisher geringste Anzahl betrug 370 Meldungen im Jahr 1995, der Höchstwert wurde 2004 mit 550 Meldungen verzeichnet.

WO sind Geisterfahrer unterwegs?

Bundesländer
Niederösterreich führt - wie schon in den Jahren davor - die Bundesländerwertung an, verzeichnet allerdings einen deutlichen Rückgang von mehr als 10 Prozent. Oberösterreich - im Jahr 2010 noch auf Rang 2 gelegen - registriert einen Rückgang von mehr als einem Drittel und wird in der Reihung von der Steiermark überholt, wo sich die Meldungsanzahl um knapp 13 Prozent erhöht. Deutliche Anstiege verzeichnen auch Wien und Vorarlberg, einen leichten Zuwachs Salzburg. Den prozentuell stärksten Rückgang fixiert Kärnten.

Das Ranking im Detail (in Klammer der Vorjahresrang):
1.(1.) Niederösterreich: 107 Meldungen (2010: 120; -10,8%)
2.(3.) Steiermark: 80 Meldungen (2010: 71; +12,7%)
3.(2.) Oberösterreich: 45 Meldungen (2010: 72; -37,5%)
4.(5.) Tirol: 39 Meldungen (2010: 39; keine Veränderung)
5.(6.) Salzburg: 28 Meldungen (2010: 24; +16,7%)
6.(4.) Kärnten: 26 Meldungen (2010: 42; -38,1%)
7.(7.) Wien: 17 Meldungen (2010: 13; +30,8%)
8.(8.) Vorarlberg: 16 Meldungen (2010: 12; +33,3%)
9.(9.) Burgenland: 8 Meldungen (2010: 9; -11,1%)

Straßenstatistik
Die A2, die Südautobahn - die längste Autobahn Österreichs - bleibt 2011 die Autobahn mit den meisten Geisterfahrern, wenngleich sich die Anzahl von 68 auf 59 um rund 13 Prozent reduziert. Dahinter folgen die A1, die Westautobahn (45 Meldungen) und die A9, die Pyhrnautobahn (33 Meldungen). Den größten Zuwachs (in absoluten Zahlen) verzeichnet die A5, die Nordautobahn, mit 13 Meldungen (+8). Kein einziges Mal musste auf der S4, der Mattersburger Schnellstraße, und der S37, der Klagenfurter Schnellstraße, vor Geisterfahrern gewarnt werden.
Der Autobahnknoten mit den meisten Falschfahrern (keine eindeutige Straßenzuordnung möglich) war wie schon 2010 der Knoten Vösendorf (A2/A21/S1) mit vier Meldungen (2010: 3). Abseits der Autobahnen und Schnellstraßen musste vier Mal vor Falschfahrern gewarnt werden: je einmal in Wien in der Westausfahrt und auf der Brigittenauer Lände sowie in Niederösterreich auf der B14, der Klosterneuburger Straße, und der B37, der Kremser Straße, die zwischen Traismauer und Krems über zwei Richtungsfahrbahnen verfügt.

Autobahn- und Schnellstraßenteilstücke
Auf keinem Straßenteilstück wurden 2011 so viele Geisterfahrer gesichtet wie im steirischen Abschnitt der S6, der Semmeringschnellstraße (zwischen dem Tunnel Semmering und dem Knoten St. Michael). Dieser Abschnitt nimmt erstmals die Spitzenposition unter allen 67 Teilstücken ein, 15 Mal herrschte hier Geisterfahreralarm. Keine Geisterfahrer hat es auf der A7 im Raum Gallneukirchen gegeben, sowie auf der Mattersburger Schnellstraße (S4), der Klagenfurter Schnellstraße (S37), der Burgenland Schnellstraße (S31) im Abschnitt Süd, auf der Tauernautobahn (A10) im Raum Lungau und auf der Westautobahn (A1) im Raum Amstetten/Enns.

WANN sind Geisterfahrer unterwegs?

Auch 2011 wurden im zweiten Halbjahr wesentlich mehr Geisterfahrer gezählt als in der ersten Jahreshälfte. 2011 ist der Unterschied zwischen den beiden Jahreshälften besonders groß. Das erste Quartal 2011 war mit 57 Meldungen überhaupt das zahlenschwächste Quartal seit Beginn der Aufzeichnungen 1994.

Quartalszahlen 2011:
1. Quartal: 57 (2010: 85, -32,9%)
2. Quartal: 91 (2010: 97; -6,2%)
3. Quartal: 106 (2010: 117; -9,4%)
4. Quartal: 112 (2010: 103; +8,7%)

Der mit Abstand stärkste Monat war der Oktober mit 52 Meldungen, die wenigsten Geisterfahrer wurden im März mit 10 Durchsagen gezählt. In der Verteilung der Meldungen auf die Wochentage liegen der Samstag (57 Meldungen, 2010: 90) und Sonntag (64 Meldungen, 2010: 59) voran. Das Wochenende bleibt somit die "gefährlichste" Zeit der Woche. Der schwächste Wochentag war 2011 der Freitag mit 44 Meldungen.
Über den Tag gesehen verteilen sich die Geisterfahrer von 9.00 bis 24.00 Uhr relativ gleichmäßig. In den Morgen- und Nachtstunden sind signifikant weniger Geisterfahrer unterwegs als tagsüber und abends. An mehreren Tagen des Jahres 2011 wurden vier Geisterfahrer gezählt, jedoch nie mehr als vier. Der bisherige Höchstwert von 10 Meldungen an einem Tag vom 25.6.2006 blieb bei weitem unerreicht.

Unfallbilanz

Das erfreulichste Ergebnis der Geisterfahrerjahresstatistik: 2011 wurde nach Angaben des Innenministeriums bei Unfällen mit Geisterfahrern keine einzige Person getötet (2010: 1). Dies war das letzte Mal 1987 der Fall.

Die Bundesländerbilanz im Detail

Niederösterreich
Niederösterreich liegt zum vierten Mal in Folge an der Spitze der Bundesländerreihung mit 107 Meldungen (2008: 144 Meldungen, 2009: 91 Meldungen, 2010: 120 Meldungen). 13 Meldungen weniger als 2010 bedeuten ein Minus von 11 Prozent. Das am stärksten betroffene Teilstück Niederösterreichs war die A5, die Nordautobahn zwischen dem Knoten Eibesbrunn und Schrick mit 13 Meldungen (+8). Hier wurde der größte Zuwachs an Meldungen verzeichnet. 10 Geisterfahrermeldungen (+1) betrafen die S33 (gesamter Verlauf), auf der A1 im Abschnitt St. Pölten musste die Polizei 8 Mal (+4) wegen Geisterfahreralarms ausrücken. Starke Rückgänge gab es auf der A2 im Raum Wiener Neustadt (7; 2010: 15), auf der S1 zwischen Korneuburg und Süßenbrunn (5; 2010: 13) und auf der S5 zwischen Grafenwörth und dem Knoten Stockerau (7; 2010: 14). Völlig "geisterfahrerfrei" blieb die A1 zwischen Melk und Asten/OÖ: Hier sind 2010 noch 8 Falschfahrer wahrgenommen worden.

Schwere Geisterfahrerunfälle wurden aus Niederösterreich im Jahr 2011 nicht gemeldet, trotz einiger brenzliger Situationen: Am 29.4.2011 war auf der A5 bei Gaweinstal ein Mopedfahrer in falscher Fahrtrichtung unterwegs. Ein Mopedfahrer als Geisterfahrer fuhr am 20.6.2011 auf der A1 zwischen Auhof und dem Knoten Steinhäusl. Ein Motorradfahrer geriet am 14.6.2011 auf die falsche Fahrbahn der S5 bei Tulln. Auch LKW-Fahrer wurden gelegentlich zu Geisterfahrern, so etwa am 1.6.2011 auf der A4 zwischen Fischamend und Wien.

Steiermark
In der Steiermark ist 2011 die Zahl der Geisterfahrer angewachsen -um 9 Meldungen auf 80 (+12,7%; 2010: 71 Meldungen). Die Entwicklung der letzten fünf Jahre in der Steiermark: 2007: 130 Meldungen, 2008:
74 Meldungen, 2009: 85 Meldungen, 2010: 71 Meldungen.
Durch den Zuwachs nimmt die Steiermark nach einjähriger Unterbrechung im Bundesländer-Ranking wieder Rang 2 ein und verdrängt Oberösterreich auf den dritten Rang. Besonders deutlich zugenommen haben die Geisterfahrten auf der S6, der Semmering-Schnellstraße im steirischen Abschnitt. Dieses Teilstück ist mit 15 Meldungen (2010:
9) erstmals der am stärksten betroffene Abschnitt in ganz Österreich. Von den 12 Geisterfahrern, die im Abschnitt A2-Wechselabschnitt zwischen Grimmenstein und Gleisdorf gesichtet wurden, waren 9 auf steirischem Gebiet unterwegs. Auch auf der A2 im Raum Graz hat sich die Zahl der Geisterfahrer erhöht auf 11 (2010: 7). Zu Zuwächsen kam es auch auf allen steirischen Abschnitten der A9, der Pyhrnautobahn. Deutlich weniger Geisterfahrer wurden auf der S35, der Brucker Schnellstraße (4; 2010: 7) und der S36, der Murtalschnellstraße (3:
2010: 10) registriert.

Ein schwerer Geisterfahrerunfall ereignete sich am 10.8.2011 auf der A9 zwischen dem Gleinalmtunnel und Übelbach: Ein 49-jähriger Lenker fuhr bei der Raststation Deutschfeistritz auf die falsche Richtungsfahrbahn und kollidierte kurz darauf mit einem PKW, der gerade ein Fahrzeug überholte. Die Bilanz: Zwei lebensgefährlich Verletzte. Am 19.8.2011 stoppte ein beherzter 24-jähriger Autofahrer einen 79-jährigen Lenker, der als Geisterfahrer unterwegs war. Am 13.11.2011 war ein 58-jähriger schwer alkoholisiert (2,02 Promille) auf der A9 zwischen Rottenmann und Trieben falsch unterwegs und konnte gestoppt werden. Am 8.12.2011 wurde ein 34-jähriger verwirrter Lenker nach seiner Geisterfahrt auf der A9 zwischen Kalsdorf und Leibnitz gestoppt und in die Psychiatrie eingewiesen.

Oberösterreich
Oberösterreich rutscht 2011 in der Bundesländerreihung von Rang 2 auf Rang 3. Bemerkenswert ist, dass auf den meisten oberösterreichischen Autobahnteilstücken die Zahl der Geisterfahrer 2011 zurückging. Besonders erfreulich die Entwicklung auf der A1 im oberösterreichischen Seengebiet zwischen Mondsee und Vorchdorf: In diesem Abschnitt - 2010 noch das "gefährlichste" Teilstück in ganz Österreich - sind die Meldungen von 18 auf 11 gesunken bzw. um rund 39% weniger geworden. Gar halbiert hat sich die die Anzahl auf der A7 im Raum Linz (7; 2010: 14) und auf der A1 im Raum Linz (5; 2010: 10). Leichte Zuwächse verzeichneten die A8 im Raum Wels (9 Meldungen; 2010: 8) und die A9 zwischen Klaus und dem Bosrucktunnel (3 Meldungen; 2010: 1). Kein einziger Geisterfahrer wurde auf der A1 im Raum Enns-Amstetten (Niederösterreich) und der A7 bei Gallneukirchen gesichtet.

Dass es zu keinen schweren Unfällen mit Geisterfahrern in Oberösterreich gekommen ist, ist Beamten der Autobahnpolizei und Mitarbeitern der ASFINAG zu verdanken. So konnte am 28.12.2011 ein Einsatzfahrzeug der ASFINAG einen 50-jährigen Lenker stoppen, der ohne Alkoholeinfluss fünf Kilometer als Geisterfahrer unterwegs war. Am 16.11.2011 wurde im selben Abschnitt ein Geisterfahrertyp gestoppt, der vergleichsweise selten vorkommt: Der Geisterfahrer war in diesem Fall eine Geisterfahrerin.

Tirol
Tirol hat in der Bundesländerreihung Kärnten überholt und belegt 2011 Rang 4. Mit 39 Meldungen ist die Anzahl gegenüber 2010 exakt gleich geblieben, sie bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau. 2005 wurden in Tirol noch 75 und somit fast doppelt so viele Geisterfahrer gezählt wie in den vergangenen beiden Jahren. Auch wenn die Gesamtzahl in Tirol gegenüber 2010 gleich geblieben ist, die einzelnen Tiroler Abschnitte entwickeln sich unterschiedlich. Während die Falschfahrer auf der A12 im Tiroler Unterland von 17 auf 11 (2009: 51) drastisch weniger geworden sind, sind die Zahlen bei allen anderen Abschnitten auf der A12, der A13 und der S16 entweder gleich geblieben oder leicht angestiegen.

Einige der gemeldeten Geisterfahrer konnten von der Polizei gestoppt werden, so etwa am 11.10.2011 ein 72-jähriger Deutscher, der auf der A13 gewendet hat und auf der Europabrücke angehalten werden konnte. Am 12.3.2011 wurde ein 76-jähriger Deutscher auf der A12 zwischen Kramsach und Wiesing rechtzeitig gestoppt. Er war 23 km lang als Geisterfahrer unterwegs gewesen.

Salzburg
Salzburg liegt erstmals seit 1994 vor Kärnten in der Bundesländerwertung und belegt 2011 Rang 5. 28 Meldungen bedeuten ein Plus von 4 Meldungen oder 16,7 Prozent. Auf längere Sicht bewegen sich allerdings die Geisterfahrerzahlen in Salzburg seit Jahren in etwa auf demselben Niveau.
Der am stärksten betroffene Salzburger Abschnitt war die A1 im Raum Salzburg mit 13 Meldungen (der 14. Geisterfahrer im Abschnitt Salzburg-Mondsee wurde auf oberösterreichischem Gebiet gesichtet). Zwei Falschfahrer mehr (12; 2010: 10) wurden auf der A10 im Pongau gezählt. Kein einziger Falschfahrer verirrte sich auf die A10 in den Raum Lungau (0; 2010: 4). Auf der A10 zwischen dem Knoten Salzburg und Pass Lueg ist die Zahl mit 3 Meldungen gleich geblieben.

Am 19.7.2011 löste ein Radfahrer auf der A1 bei Thalgau Geisterfahreralarm aus. Am 2.10.2011 konnte ein 36-jähriger Deutscher auf der A1 zwischen Thalgau und Wallersee gestoppt werden. Er war mit 1,2 Promille Alkohol im Blut alkoholisiert unterwegs.

Kärnten
Kärnten fällt in der Bundesländerwertung vom 4. auf den 6. Rang zurück - es ist 2011 jenes Bundesland, in dem die Geisterfahrten gegenüber dem Vorjahr prozentuell gesehen am stärksten zurückgegangen sind - um 38% oder von 42 auf 26 Meldungen. Damit verzeichnet Kärnten 2011 den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen (Höchstwert:
92 Meldungen im Jahr 2004).
In fast allen Kärntner Abschnitten ist ein Abwärtstrend festellbar, lediglich im am stärksten betroffenen Kärntner Teilstück, dem Wörtherseeabschnitt auf der A2 zwischen Klagenfurt-Ost und Villach, ist mit 11 Meldungen ein leichter Zuwachs bemerkbar (2010: 10 Meldungen).

Am 16.10.2011 verursachte ein Geisterfahrer auf der A2 zwischen dem Knoten Villach und Arnoldstein einen Unfall, der glimpflich endete. Der PKW, der gerade noch ausweichen konnte, prallte gegen die Leitschiene. Der Geisterfahrer wurde kurz darauf gestoppt. Am 4.6.2011 läutete das Telefon in der Ö3-Verkehrsredaktion Sturm. Mehrere Autofahrer meldeten einen blauen PKW, der auf der A2 zwischen Griffen und St. Andrä 21 km lang als Falschfahrer unterwegs war. Auch dieser Lenker konnte von der Polizei gestoppt werden. Am 29.6.2011 wurde auf der A2 zwischen Bad St. Leonhard und St. Andrä ein Mopedauto auf der falschen Richtungsfahrbahn gesichtet.

Wien
Wien rangiert in der Bundesländerwertung mit 17 Meldungen wie schon 2010 knapp vor Vorarlberg auf Platz 6. In beiden Bundesländern ist die Zahl der Geisterfahrermeldungen um 4 Meldungen bzw. um etwa ein Drittel angewachsen, die Anzahl liegt aber weiter auf verhältnismäßig niedrigem Niveau. Zum Vergleich: 2008 wurden in Wien noch 31 Geisterfahrer gezählt. Die am stärksten betroffenen Wiener Teilstücke 2011 sind das Wiener Teilstück der A4, die A23 und die S2 mit je 4 Meldungen. Deutlich reduziert hat sich die Anzahl auf der A22 der Donauuferautobahn zwischen dem Knoten Kaisermühlen und Strebersdorf von 7 Meldungen auf eine. Zwei Geisterfahrer waren in Wien abseits der Autobahnen unterwegs - einer auf der Brigittenauer Lände, ein zweiter in der Wiener Westausfahrt.

Am 22.10.2011 wendete ein Geisterfahrer auf dem am stärksten befahrenen Straßenstück Österreichs - der Südosttangente beim Knoten Prater. Möglich war das, weil an diesem Samstag kurz nach 8.00 Uhr Früh der Verkehr auf der Tangente ausnahmsweise relativ schwach war.

Vorarlberg
In Vorarlberg ist die Zahl der Geisterfahrer gegenüber 2010 von 12 auf 16 gestiegen. In allen Abschnitten wurden mehr Geisterfahrer gezählt als 2010 oder zumindest gleich viele. Die meisten Falschfahrer waren mit 5 (2010: ebenfalls 5) auf der A14 der Rheintalautobahn im Raum Bregenz unterwegs. Vier Geisterfahrer wurden auf der A14 im Raum Dornbirn gesichtet, drei im Raum Bludenz. Auf der S16 zwischen Bludenz und dem Arlbergtunnel erhöhte sich die Anzahl von 1 auf 3 Meldungen.

Am 21.5.2011 konnte ein 41-jähriger Lenker auf der A14 zwischen Nenzing und dem Ambergtunnel bei Feldkirch gestoppt werden. Der alkoholisierte Fahrer hatte 20 km als Geisterfahrer zurück gelegt.

Burgenland
Das Burgenland bildet mit 8 Meldungen zum dritten Mal in Folge das Schlusslicht in der Bundesländerreihung. (Entwicklung der letzten Jahre: 2008: 18 Meldungen, 2009: 5 Meldungen, 2010: 9 Meldungen, 2011: 8 Meldungen)
Das am stärksten betroffene Teilstück war die A4 im burgenländischen Abschnitt mit 3 Meldungen (2010: 3). Zwei Falschfahrer wurden auf der S31 im Raum Eisenstadt registriert (2010: 1). Ein Lenker verirrte sich auf der A3 im burgenländischen Abschnitt auf die falsche Fahrbahn. Keinen Geisterfahreralarm gab es 2011 auf der S4 und der S31 im Abschnitt südlich des Knoten Mattersburg.

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