EU regelt Pilotenarbeitszeiten neu

Besser, aber noch immer nicht sicher

Wien (OTS) - Die EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit) hat heute einen überarbeiteten Gesetzesentwurf für neue Flug-, Dienst-und Ruhezeitregeln für Piloten veröffentlicht. Trotz Überarbeitung ignoriert der Entwurf noch immer den Stand der wissenschaftlichen Forschung über Ermüdung. Um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten sind weitere Korrekturen nötig.

"Jeder Passagier, der in ein Verkehrsflugzeug einsteigt, erwartet sicher ans Ziel zu kommen", sagt der Präsident der Austrian Cockpit Association, Bernd Hechenegger. "Es gibt ausreichend wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Arbeits- und Ruhezeit geregelt sein muss, damit ausgeruhte und wache Piloten ihre Passagiere sicher ans Ziel bringen können." Dennoch ignoriert EASA diese Erkenntnisse in wichtigen Teilen des Gesetzesvorschlags.

Die 50.000 Kommentare, die EASA zu ihrem ersten Vorschlag vom Dezember 2010 erhalten hat, waren eine klare Botschaft. Der Entwurf ist fehlerhaft, muss revidiert werden, und er muss wissenschaftlich fundiert sein. Der neue Entwurf enthält eine Anzahl wichtiger Verbesserungen. Etliche kritische Punkte wie die überlangen Arbeitszeiten bei Bereitschaftsdiensten sind für die Pilotenvertretung noch immer Grund zur Besorgnis. Wenn das nicht geändert wird, könnte ein Pilot in die Lage kommen, ein Flugzeug nach 20-21 Stunden ohne Schlaf sicher landen zu müssen. "Unsere Passagiere haben etwas Besseres verdient! Passagiere und Piloten erwarten, dass die EU-Gesetze ein starkes Sicherheitsnetz bilden.

"EASA hat drei Wissenschafter mit der Bewertung ihres Vorschlags beauftragt. Leider sieht es so aus, als wären deren Inputs ignoriert worden, sobald sie wirtschaftliche Interessen der Airlines berühren." erklärt ACA-Vizepräsident Siegfried Lenz. "So sind sich zB alle Wissenschafter einig, dass Nachtdienste besonders ermüdend sind, und daher auf 10h Flugdienstzeit zu begrenzen sind. Dennoch hat EASA den Wünschen der Airlines nachgegeben und ein Limit von 11 Stunden gesetzt. Solche Regelungen - und es gibt noch viele mehr -widersprechen dem Mandat der EASA, dem Prinzip der Vorsicht, und vor allem dem elementarsten Recht der Passagiere: dem Recht auf einen sicheren Flug! EASA kann und muss es besser machen! Es darf nicht sein, dass der Profit der Luftfahrtlobby mehr zählt als die Sicherheit der Passagiere."

Hintergrund:

Verschiedene Studien zeigen, dass Übermüdung das Konzentrationsvermögen und die Reaktionszeit des Menschen ähnlich beeinträchtigen wie Alkoholkonsum. Dennoch erlauben die Gesetze, dass Piloten bis zu 15 Stunden ununterbrochen im Einsatz sein dürfen, obwohl bereits nach 12 Stunden Dienstzeit das Flugunfallrisiko auf mehr als das Fünffache steigt. Bei etwa jedem fünften Flugzeugunglück spielt die Übermüdung der Besatzung eine Rolle. Eine ausführliche Darstellung (mit Video) finden Sie auf www.flugdienstzeiten.de

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www.dead-tired.eu

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