Wenn der Spaß vor Gericht endet

"gehen, steigen, klettern - alpine rechtsfragen" - Oberlandesgericht Innsbruck und Alpenverein beleuchten juristische Problemfälle im Kühtai

Innsbruck/Kühtai (TP/OTS) - Immer öfter bewegt sich die Freizeitgesellschaft abseits der markierten Wege, Routen und Pisten. Sie gelangt dabei zwar nie in einen rechtsfreien Raum, dennoch stellen sich in der Beurteilung immer wieder neue Anforderungen an Richter und Staatsanwälte.

"gehen, steigen, klettern - alpine rechtsfragen": Das Oberlandesgericht Innsbruck veranstaltet mit den Alpenvereinen aus Deutschland, Österreich und Südtirol ein Seminar für Richter und Staatsanwälte vom 22. bis 25. Jänner im Kühtai. Dabei werden die Rechtsfragen bei Alpinunfällen, Haftungsfragen rund um Kletteranlagen und aktuelle Sicherheitsstandards erörtert und diskutiert.

Wer haftet? Wer trägt die Verantwortung? Und wer zahlt?

Die jüngsten Urteile nach Alpinunfällen (etwa beim Lawinenunglück in den Radstädter Tauern) haben neue Fragen aufgeworfen. Wann kommt die Eigenverantwortung zum Tragen und wie weit reicht das "erlaubte Risiko"? "Das Seminar soll Gelegenheit bieten, juristische Probleme beim 'Gehen, Steigen und Klettern' aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Manches stellt sich am Schreibtisch anders dar als im alpinen Gelände", betont Dr. Georg Menardi, Senatspräsident des Oberlandesgerichtes Innsbruck.

Der schmale Grat zwischen Haftung und Eigenverantwortung

Rechtsanwalt Dr. Andreas Ermacora wird in seinem Vortrag die Rechtssprechung der jüngsten Lawinenunfälle beleuchten. "Der Grat zwischen Haftung und Eigenverantwortung ist oft sehr schmal. Zwei Fälle des vergangenen Jahres zeigen, dass die Gerichte unterschiedliche Maßstäbe anlegen", erklärt Ermacora, der auch Vizepräsident des Oesterreichischen Alpenvereins ist. Eine wesentliche Rolle bei der Beurteilung der Fälle spiele der Alpinsachverständige: "Von seiner Einschätzung hängt es maßgeblich ab, in welche Richtung sich das Verfahren entwickelt", so Ermacora.

Bergführer und Sicherheitsexperte Mag. Michael Larcher, der im Alpenverein das Referat Bergsport leitet, erhofft sich von dem Seminar, "dass wir unseren über 50 TeilnehmerInnen vermitteln können, wie komplex und vielschichtig alpine Unfallereignisse sind. Eine Beurteilung gestaltet sich deshalb so schwierig, weil in jedem Fall mehrere wichtige Faktoren berücksichtigt werden müssen."

Alpinseminar: "gehen, steigen, klettern - alpine rechtsfragen"

Vortragende: RA Dr. Andreas Ermacora, OStA Dr. Guido Rispoli, RA Dr.
Fritz Anthamatten, PräsdLG Traunstein Dr. Klaus Weber, RidLG Dr.
Norbert Hofer, StA Dr. Maria Auckenthaler, Stefan Winter (DAV
Ressortleiter Breitensport), RidOLG Dr. Werner Engers, Dr. Klaus
Burger, Mag. Walter Würtl (OeAV-Ausbildungsleiter).

Programm zum Download:
http://www.alpenverein.at/portal/Service/Downloads/Presseservice.php

Journalisten sind bei allen Vorträgen willkommen, auch persönliche
Interviews mit den Vortragenden sind möglich.
Anmeldungen bitte an Michael Larcher

Datum: 22. - 25.1.2012

Ort:
Hotel Jagdschloss
Kühtai, 6183 Kühtai

Rückfragen & Kontakt:

OLG Innsbruck
Dr. Georg Menardi, Senatspräsident, OLG Innsbruck
Tel.: +43 (0)512 5930-649
Mobil: +43 (0)676 898950136
georg.menardi@justiz.gv.atAlpenverein
Mag. Michael Larcher, Leiter Referat Bergsport, Bergführer, gerichtl. Sachverständiger
Mobil: +43 (0)664 8556423
michael.larcher@alpenverein.at

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