VKI weist Kritik an Beratung für Fremdwährungskreditnehmer zurück

Banken sind in der Verantwortung für Risiken bei Fremdwährungskrediten

Wien (OTS/VKI) - In einer heute publizierten Beilage der Wirtschaftskammer Tirol in der Tiroler Tageszeitung werden unter dem Titel "Konsumentenschützer gaben bei Frankenkrediten fatale Tipps" die "Durchhalteparolen" des VKI kritisiert. Der VKI weist diese Kritik zurück und erinnert die Banken an ihre Verantwortung, wenn kleinen Verbrauchern zu riskanten Fremdwährungskrediten geraten wurde und verweist darüber hinaus auf seine ausführlichen Tipps für betroffene Kreditnehmer auf www.konsument.at.

Der Artikel bietet ein Rechenbeispiel: Wenn jemand 2007 bei einem Kurs von 1,64 einen endfälligen Kredit in Höhe von 100.000 Euro aufgenommen habe, so hätte der Kursverlust - vor Eingriff der Schweizer Nationalbank - 59.000 Euro betragen. Hätten die Kreditnehmer dem Rat der Banken Folge geleistet, dann hätten sie früher einen geringeren Verlust realisiert.

"Das ist ein typisches Beispiel für eine völlig unverantwortliche Kreditvergabe zu einem Zeitpunkt des Höchststandes des Schweizer Franken, wo Kursverluste bereits hoch wahrscheinlich waren. Diese Verantwortung versucht der genannte Artikel schlicht zu verschleiern", kritisiert Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI. "Der Autor verschweigt auch geflissentlich, dass die Arbeiterkammer und der VKI stets vor den Risiken von Fremdwährungskrediten gewarnt haben."

Der VKI gab und gibt keine "Durchhalteparolen" aus, verweist aber sehr wohl darauf, dass der Vorschlag von Banken an Kunden, die Kredite - lange vor Laufzeitende - zu konvertieren nicht so sehr von der Sorge um das Wohl der Kunden getragen war, sondern das Risiko der Banken, auf das die Finanzmarktaufsicht dramatisch hingewiesen hat, senken sollte.

Zwar bedeutet eine Konvertierung für den Kunden einerseits auch eine Senkung des Risikos, andererseits wird damit der Verlust realisiert. Wie sich die Kurssituation bis zu Laufzeitende in zehn und mehr Jahren entwickelt, kann niemand vorhersagen. Der VKI hat daher nie eindimensionale "Durchhalteparolen" gegeben, sondern vielmehr - auch durch eine umfangreiche Beilage zum Testmagazin KONSUMENT in der Dezemberausgabe des Jahres 2010 - die Kreditnehmer über sämtliche Optionen informiert und eine individuelle Beratung empfohlen.

"Es ist wenig dienlich, wenn nun Vertreter von Tiroler Banken die Informationstätigkeit der Konsumentenschützer verunglimpfen. Vielmehr zeigt die Erfahrung, dass es sinnvoll ist, die Kreditnehmer gemeinsam umfassend zu beraten", appelliert Dr. Kolba.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation
Dr. Peter Kolba, Leiter Bereich Recht
Tel.: 01 / 58877 - 320

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