Spindelegger: Brauchen mehr Ehrlichkeit

Festsitzung des ÖVP-Parlamentsklubs aus Anlass der Seligsprechung von Hildegard Burjan

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Hildegard Burjan habe sich durch "unglaubliche Ehrlichkeit" ausgezeichnet. "Diese brauchen wir heute mehr denn je. Ehrlichkeit heißt, alles anzusprechen, alles auf den Tisch zu legen. Heute wird oft über die Beurteilung der Ratingagenturen gesprochen und darüber, wie Österreich von anderen beurteilt wird. Ehrliche Politik heißt aber, sich nicht auf andere auszureden, die einen Spiegel vorhalten, sondern auch zu betonen, dass wir wissen, dass etwas in diesem Land passieren muss." Es gelte, sich nicht hinter anderen zu verstecken, sondern dafür einzutreten, mit anderen Rezepten vorzugehen, damit die Politik nachhaltig ist und auch für nächste Generationen wirkt. "Diesen Grundsatz werden wir einhalten." Das sagte gestern, Dienstagabend, Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger in seinem Referat bei einer Festsitzung im Parlament aus Anlass der Seligsprechung von Hildegard Burjan im Parlament.

"Für mich ist Hildegard Burjan eine Vorreiterin, Pionierin und Visionärin. Sie war von Überzeugungen und Werten getragen. Werte zu haben, das ist ein Fundament, aber sicherlich kein Verkaufsschlager. Sich zu Werten zu bekennen heißt, für etwas einstehen und sich nicht dem Populismus hinzugeben", so Spindelegger. Die ÖVP sei eine Partei, die auf Grundsätzen aufbaut und ihr Handeln danach ausrichtet. "Wenn man Werte vertritt, dann ist das noch kein Erfolgsrezept, aber eine gute Anleitung für die Politik. Man darf nicht nur auf das nächste Wahlergebnis schielen. Gute Politik ist jene, die auch nach Wertvorstellungen ausgerichtet ist." Die ÖVP werde Werte in Zukunft weiter vertreten.

Die Begriffe Leistung und soziale Verantwortung seien bei Burjan gut sichtbar geworden. Sie habe besonders die soziale Verantwortung betont, und diese dürfe "auch bei uns nicht verloren gehen. Leistung heißt, dass jeder seinen Beitrag leisten muss und für sich selbst verantwortlich ist." Soziale Verantwortung heiße aber auch, dass man jene "mitnehmen" muss, die selber nicht leisten können. Aber jene, die nicht leisten wollen, müssten wir unterstützen, damit sie wieder etwas leisten können.

Hildegard Burjan habe zudem bewiesen, dass man nicht im politischen Kleinkrieg auf eigene Positionen verharren dürfe, sondern die Gesamtansicht wichtig sei. "Wir müssen an unsere Kinder denken, und jenen, die nach uns kommen, keine Schuldenberge hinterlassen oder sie vor unlösbare Probleme stellen. Burjan hat den Mut zu Änderungen gehabt, sie war initiativ, und sie hat auch die Gesamtbetrachtung immer ins Zentrum ihrer Politik und späteren sozialen Leistungen gestellt. Was sie an Beispiel gegeben hat, kann für uns heute noch große Wirkungen haben", so der Vizekanzler abschließend.

"Volles Interesse für die Politik gehört zum praktischen Christentum", zitierte der Zweite Nationalratspräsident Fritz Neugebauer in seinen Schlussworten die Frauen- und Sozialpolitikerin. "Mit der Gründung der Caritas Socialis hat sie nicht den Staat in die Pflicht genommen, sondern ist selbst initiativ geworden und hat damit die Solidarität als Absage an den politischen Egoismus in den Mittelpunkt gestellt." Ihre Spuren seien sichtbar und verwehen nicht, so Neugebauer. Er wies auch auf ihre knapp zweijährige Arbeit im Parlament, unter anderem im Ausschuss für Erziehung und Unterricht sowie für soziale Verwaltung hin. "Ihre Initiativen waren davon geprägt, die soziale Lebenssituation der Menschen, insbesondere der Frauen, nachhaltig zu verbessern."
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