News: Fendrich: "Justiz, Politik und Gauner in Österreich undurchschaubar vernetzt"

Liedermacher Rainhard Fendrich rechnet im News-Interview mit dem Polit-Zirkus in Österreich ab und präsentiert neuen Song

Wien (OTS) - Rainhard Fendrich zeigt sich im NEWS-Interview von einer neuen, sehr politischen Seite und holt zur Polit-Schelte aus. Seine Wut gegen den "Polit-Zirkus" im Land hat er in seinem neuen Song "Lobby-Reggae" verpackt. Fendrich: "Insgesamt zeigt das Lied die charakterliche Instabilität mancher Mandatsträger. Das sind für mich Gauner im Nadelstreif, für die Untreue und Amtsmissbrauch ein Kavaliersdelikt ist. Und sie können auch nicht kontrolliert werden, weil ihre Einflüsse bis in die höchste Justiz reichen, die auch wieder weisungsbefugt ist."

Die Finanzkrise biete, so Fendrich "jetzt die Chance, dass der Sumpf im Land trockengelegt wird und Moorleichen entdeckt werden. Leider sind offenbar Justiz, Politik und Gauner undurchschaubar vernetzt, es ist ein echter Polit-Zirkus im negativsten Sinn. Österreich ist offenbar ein Land, das als Selbstbedienungsladen betrachtet wird."

Auf die Frage, ob er noch stolz sei, Österreicher zu sein, betont der Liedermacher: "Ich bin viel im Ausland unterwegs und das Sittenbild, das von uns gezeichnet wird, wenn wir mit Osteuropäischen Ländern und Bananenrepubliken verglichen werden, tut weh. Ich glaube an unser Land und bin auch stolz darauf. Aber es gibt hier einen Freundeskreis, eine ehrenwerte Gesellschaft, die sich seit Jahrzehnten in dieser Republik bedient. Das muss endlich gestoppt werden."

Fendrich fordert: "Es müssen die Gesetze geändert und Korruption stärker unter Strafe gestellt werden. Und der U-Ausschuss muss massiver unterstützt werden. Ich traue mich zu wetten, dass er nicht im Fernsehen übertragen wird,denn da gibt es zu viele, die Interesse haben, dass die Bürger die Details nie erfahren. Und ich bin dafür, dass es eine Haftungsmöglichkeit gibt, dass Politiker für ihre Tagen bis hin zum Privatvermögen haften."

Aber auch die Bürger seien gefordert, so Fendrich: "Die Wahlbeteiligung sinkt und darum wäre ich dafür, dass wieder eine echte Wahlpflicht eingeführt wird. Jeder muss zur Wahl - und wenn er aus dem Wahlzettel dann einen Papierflieger bastelt und nichts ankreuzt, aber man muss hingehen. Man darf nicht an einem schönen sonnigen Sonntag statt zu wählen zum Heurigen gehen und sich dann über die politischen Zustände aufregen."

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