GPA-djp: Kräftige nettoreale Gehaltserhöhung für Beschäftigte im Finance-Sektor gefordert

Kaufkraft ist Stütze der Wirtschaft - Betriebsräte stehen geschlossen hinter Verhandlungsteam

Wien (OTS/GPA-djp/ÖGB) - Bei den heute, Dienstag, startenden Kollektivvertragsverhandlungen fordert die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) eine kräftige nettoreale, nachhaltig wirksame Erhöhung der KV-Gehälter für die rund 80.000 Beschäftigten im österreichischen Finance-Sektor:
"Dafür haben wir bei der gestrigen BetriebsrätInnenkonferenz einen klaren Auftrag erhalten", sagt Verhandlungsleiter Wolfgang Heinzl.++++

"Die operativen Ergebnisse im Kerngeschäft des Jahres 2011 sind gesund und gut. Die Wertberichtungen, die in den vergangenen Monaten notwendig geworden sind, betreffen vor allem Beteiligungsansätze und das Kreditportefeuille. Diese wurden durch Entscheidungen des Managements in der Vergangenheit verursacht. Wir werden nicht zulassen, dass die Beschäftigten dafür zur Kasse gebeten werden. Sie haben trotz ständig steigenden Drucks den Ärger und die Sorgen der Kunden abgefangen und beispielsweise bei der Veranlagungsberatung oder auch bei der Sanierung von Fremdwährungskrediten hervorragende Arbeit geleistet. Die Beschäftigten haben seit Beginn der Krise eine mehr als beachtenswerte Leistung erbracht und diese muss entsprechend honoriert werden", so Heinzl weiter.

Laut Daten der OeNB steigt das Ergebnis aus dem operativen Geschäft in den ersten neun Monaten um +2,5 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro. Der Personalaufwand pro Kopf ist in den letzten Jahren gegenüber den Betriebserträgen pro Kopf allerdings deutlich geringer gewachsen. Die erzielten Ertragssteigerungen wurden somit nicht im entsprechenden Ausmaß an die Beschäftigten weitergegeben.

Bei der BetriebsrätInnen-Konferenz zum Auftakt der KV-Verhandlungen haben mehr als 200 BetriebsrätInnen über die bevorstehenden Verhandlungen beraten. Die Forderungen nach einer nettorealen, nachhaltig wirksamen Erhöhung aller Schemaansätze im Kollektivvertrag, der kollektivvertraglichen Zulagen, z. B. Kinderzulage und der Lehrlingsentschädigungen sowie nach der Anrechnung aller Karenzzeiten für alle dienstzeitabhängigen Ansprüche, wie z. B. Urlaub oder Entgeltfortzahlung, wurde von allen TeilnehmerInnen einhellig unterstützt.

"Während der Krise war der private Konsum eine wesentliche Stütze der österreichischen Wirtschaft. Zurückhaltung bei der Lohn- und Gehaltsentwicklung wäre in der derzeitigen Situation das falsche Signal. Die Beschäftigten brauchen eine stabile Einkommensentwicklung" erklärte Mag. Silvia Angelo, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Arbeiterkammer Wien bei der Konferenz.

"Wir fordern für alle Beschäftigten eine Gehaltserhöhung, die klar über der Inflationsrate von 3,3 Prozent liegt. Das gilt besonders für Anhebung der niedrigeren Einkommen. Nur so kann die Kaufkraft in Österreich erhalten und die Konjunktur stabilisiert werden" so Heinzl abschließend.

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