Greenpeace: "WKÖ-Präsident argumentiert mit Fantasie-Zahlen"

Wirtschaftskammer als österreichische Interessensvertretung der Nuklearlobby?

Wien (OTS) - Verwundert zeigt sich die Umweltorganisation
Greenpeace über die Argumente der Wirtschaftskammer gegen ein Verbot von "Strom unbekannter Herkunft" (Graustrom) und Atomstrom. So wird behauptet, dass das zu Mehrkosten von 405 Millionen Euro führen würde. "Uns ist vollkommen schleierhaft, wo diese Zahlen herkommen", wundert sich Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof. Verbund-Geschäftsführer Anzengruber schätzte beim Gipfel zwischen Umweltorganisationen, Energiewirtschaft und Bundesregierung die Kosten auf maximal 40 Millionen Euro pro Jahr. Greenpeace rechnet mit deutlich niedrigeren Kosten - pro Haushalt maximal zwei Euro im Jahr. Die Mehrheit der Energieunternehmen, die jetzt schon ohne Atomstrom auskommen, ist damit nicht teurer als die wenigen, die noch Atomstrom im Strommix haben.

"Die Argumentationslinie der Wirtschaftskammer treibt mittlerweile bunte Blüten", kommentiert Westerhof. "Bis vor kurzem zog sie in die Schlacht gegen den Ökostromausbau - jetzt will die Wirtschaftskammer den Atomstrom mit mehr Ökostrom aus dem Land drängen. Es reicht aber nicht, wenn Österreich durch den Ökostromausbau wieder zum Netto-Exporteur wird. Denn auch dann kann mit dem Export von Wasserkraft- und dem Import von Atomstrom noch Geld verdient werden", so Westerhof weiter.

Greenpeace verlangt daher von der Wirtschaftskammer ebenso wie von Wirtschaftsminister Mitterlehner, den Willen der Mehrheit der österreichischen Bevölkerung zu respektieren und ein Importverbot für Atomstrom zu unterstützen, statt mit fadenscheinigen Argumenten die Atomlobby zu bedienen. "Wir haben die rechtliche Machbarkeit eines Atomstrom-Importverbots mit zwei unabhängigen Studien belegt", erklärt Westerhof. "Die Wirtschaftskammer hat durch jahrelange Sabotage der Klimapolitik maßgeblich dazu beigetragen, dass Österreich das völkerrechtlich verbindliche Kyoto-Ziel verfehlt. Wenn die gleiche Wirtschaftskammer sich jetzt plötzlich um die Handhabung des Unionsrechts sorgt, ist das nicht glaubwürdig."

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DI Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace, 0664 6126701
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 6126718

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