Ökumene: Sorge um verfolgte Christen im Nahen Osten

Laut Vertretern der Koptischen Kirche flohen 2011 100.000 Kopten aus Ägypten - Gedenken an verstorbenen Metropoliten Staikos beim Ökumenischen Empfang von Kardinal Schönborn

Wien, 17.01.12 (KAP) Im Zeichen der Sorge um die bedrängten Christen im Nahen Osten und des Gedenkens an den im vergangenen Oktober verstorbenen orthodoxen Metropoliten Michael Staikos stand der diesjährige Ökumenische Empfang von Kardinal Christoph Schönborn in Wien. Vertreter der Koptischen Kirche mit Bischof Gabriel Anba an der Spitze berichteten über die Situation der Kopten in Ägypten:
Anfängliche Hoffnungen, dass sich mit der Revolution die Situation für die Christen im Land verbessert, hätten sich nicht erfüllt, resümierte Gabriel. Allein von Jänner bis November des vergangenen Jahres hätten 100.000 Kopten Ägypten verlassen.

Bei Ausschreitungen und Terrorakten gegen die Kopten seien im vergangenen Jahr mindestens 100 Personen ums Leben gekommen, zahlreiche Kirchen wurden zerstört. Die Täter: Islamistische Extremisten, aufgehetzte Volksmassen, Polizei und auch die Armee. "Die Hoffnungen, die wir anfangs auf die ägyptische Armee setzten, haben sich nicht erfüllt", so Diakon Johannes Samaan von der Koptischen Kirche. Von der anfänglichen Aufbruchsstimmung, in der viele auf eine Stärkung der Menschenrechte im Land gehofft hatten, sei nichts mehr übrig. Die jüngsten Wahlen mit dem Sieg der Islamisten hätten gezeigt: "Die Revolution in Ägypten wurde an den Wahlurnen beendet." Trotzdem wollten die Kopten die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht aufgeben, schloss Bischof Gabriel.

Begonnen wurde der diesjährige Empfang mit einem liturgischen Gedenken für Metropolit Staikos in der griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskirche in Wien. Dabei unterstrich der neue Metropolit Arsenios Kardamakis, dass er den ökumenischen Weg seines Vorgängers fortsetzen werde. "Wir haben keine Alternative zum ökumenischen Dialog", betonte Kardamakis.

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