15.391 Unterschriften gegen Kahlschlag in der ÖAW

Petition gegen die "Bedrohung des Forschungsstandortes Österreich" und für den Erhalt der ÖAW wird Bundespräsident Heinz Fischer überreicht

Wien (OTS) - Am Dienstag, dem 17. Jänner 2012, um 15 Uhr werden Initiatoren der Petition gegen die "Bedrohung des Forschungsstandortes Österreich" und für den Erhalt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Wissenschafter/innen der ÖAW Bundespräsident Heinz Fischer die im November 2011 aufgelegte Petition samt der Liste der Unterzeichner/innen überreichen.

Die Petition bringt die Sorge zum Ausdruck, dass die drohenden Einschnitte bei der ÖAW, der größten und bedeutendsten Forschungsträgerorganisation des Landes, den ideellen und materiellen Wohlstand Österreichs unmittelbar und nachhaltig gefährden. Infolge der am 4. November 2011 unterzeichneten Leistungsvereinbarung ist die ÖAW mit einer Finanzierungslücke von 10 bis 16 Mio. Euro pro Jahr konfrontiert. Es drohen die Abgabe international anerkannter und nachweislich exzellenter Forschungseinrichtungen sowie der Verlust von 300 der derzeit 1.047 eigenfinanzierten Mitarbeiter/innen in den Forschungseinrichtungen der ÖAW. Da die von Kündigung bedrohten Mitarbeiter/innen selbst Drittmittelprojekte in der Höhe von ca. 22 Mio. Euro akquiriert haben, sind negative Multiplikatoreffekte zu erwarten.

Der Historiker Prof. Gerald Stourzh, ein Unterstützer der Petition, verweist auf einen Ausspruch von Wissenschaftsminister Töchterle, Wissenschaft sei das "für die Zukunft Österreichs anerkanntermaßen vielleicht wichtigste Feld". Der Minister weiter:
"Wenn zum Beispiel die Unis beginnen müssen, Leute zu entlassen, Studienrichtungen einzusparen oder Forschungsprojekte einzustellen, dann wäre das insgesamt ein fatales Signal." Dies, so Stourzh, gelte auch für die ÖAW. Die ÖAW forscht auf vielen Gebieten wie etwa Biotechnologie, Weltraumforschung und Sicherung des geistigen Erbes. Im Unterschied zu den Universitäten konzentriert sie sich auf Forschung.

Die Petition appelliert an die politisch Verantwortlichen, "die zahlreichen Deklarationen umzusetzen, in denen Forschung als der wichtigste Zukunftsfaktor unseres Landes bezeichnet wird, sowie für die langfristige Absicherung und den Ausbau der Forschung zu sorgen". "Österreich hat nicht viele andere Rohstoffe", sagt Wolfgang Mueller, einer der Initiatoren der Petition. "Da Wissenschaft und Kultur unsere wichtigsten nationalen Ressourcen sind, bedroht ein Kahlschlag bei der ÖAW auch den Wirtschaftsstandort Österreich, tausende Arbeitsplätze und die Zukunft unseres Landes." Durch die faktische Kürzung des ÖAW-Budgets werde man viel zerstören, aber das Staatsbudget nicht sanieren. Mit 10 Mio. Euro könne man gerade einen Kilometer Autobahn finanzieren.

Die Unterstützer/innen der Petition kommen nicht nur aus Städten mit Forschungsstandorten, sondern auch kleinen und kleinsten Gemeinden des Landes, was, so die Initiatoren der Petition, auch die oft hinterfragte Verankerung von Wissenschaft in der Bevölkerung zeige: "Die Menschen verstehen die Wichtigkeit von Forschung für unser aller Zukunft. Auch die Medien haben hier viel Informationsarbeit geleistet." Der hohe Anteil von Unterzeichnern außerhalb Österreichs belege zudem das hohe internationale Ansehen der ÖAW und verdeutliche, dass auch das Prestige und die globale Vernetzung Österreichs auf dem Spiel stehen. "Von Absdorf bis (zur amerikanischen Spitzenuniversität) Yale reicht die Liste der Unterzeichner/innen der Petition", freuen sich deren Initiatoren. Auch aus Harvard, Princeton und Stanford kommen Unterstützer/innen. "In wenigen Wochen ohne Werbebudget über 15.000 Unterschriften und hunderte Unterstützungserklärungen zu erhalten, ist ein Qualitätsausweis für die ÖAW und ein starker Rückenwind für die Petition." Sie hoffen, dass das Ministerium die für die Weiterführung der ÖAW-Arbeiten nötigen Mittel voll zur Verfügung stellt und damit auch die Zukunft des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Österreich sichert.

Überreicht wird die Petition von Dr. Bedanna Bapuly, Betriebsratsvorsitzende der ÖAW, Prof. Wolfgang Baumjohann, Direktor des Instituts für Weltraumforschung der ÖAW, Dr. Ingeborg Geyer, Direktorin des Instituts für Dialekt- und Namenslexika der ÖAW, Doz. Karl Lohner, stv. Direktor des Instituts für Biophysik und Nanosystemforschung der ÖAW, Doz. Monika Mokre, Co-Sprecherin der Plattform "Rettet die Österreichische Akademie der Wissenschaften", Doz. Wolfgang Mueller, Co-Initiator der Petition "Bedrohung des Forschungsstandortes Österreich" und Prof. Gerald Stourzh.

Rückfragen & Kontakt:

Doz. Dr. Wolfgang Mueller
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wolfgang.mueller@oeaw.ac.at
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