Scheele/Leichtfried: "machtlos, sinnlos, mittellos?" - Platz da, für unsere Jugend!

Austausch zwischen Politik und Jugendarbeit thematisiert Jugendfrustration und soziale Krise

St. Pölten, (OTS/SPI) - In den vergangenen Monaten sind europaweit hunderttausende Jugendliche und junge Erwachsene auf die Straße gegangen, um gegen ihre Perspektivenlosigkeit zu protestieren und ihren Unmut gegen Sozial- und Bildungsabbau auszudrücken. Die Folgen der globalen Wirtschaftskrise und ihre sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen sind auch in unserem Land zu spüren. Doch wie reagiert Österreichs Jugend auf die Krise? Was kann die Politik tun? Was braucht die Jugendarbeit, um aktuelle Herausforderungen bewältigen zu können?

Um diesen Fragen nachzugehen, initiierte Niederösterreichs Landesrätin für Gesundheit, Soziales und Jugendwohlfahrt Mag.a Karin Scheele mit Unterstützung des Landtagsklubs der SPÖ-Niederösterreich heute eine mit nationalen und internationalen Experten besetzte Fachtagung im NÖ-Landhaus. Landesrätin Scheele erklärt ihre Beweggründe: "Ich möchte wissen, was die Soziale Krise aus der Sicht der Jugendlichen und der Jugendarbeit bedeutet. Deshalb soll die heutige Veranstaltung auch den Startschuss für einen intensiveren Dialog zwischen Politik und Jugendarbeit in Niederösterreich darstellen. Dabei soll der Bogen von internationalen Erfahrungen, europäischen Modellversuchen bis hin zur regionalen Jugendarbeit in Niederösterreich gespannt werden." Für den Klubobmann des SPÖ-Landtagsklubs, LAbg. Bgm. Mag. Günther Leichtfried, stellen sich gerade auch für die Kommunal- und Landespolitik viele Fragen: "Das zentrale Anliegen ist es, herauszufinden, was notwendig ist, damit unsere Jugend zuversichtlich in die Zukunft schauen kann. Welche Strukturen braucht die Jugendarbeit um eine Hilfestellung für junge Menschen zu sein und wie kann die Politik Jugendliche zur Mitgestaltung ihres Lebensraums in der Gemeinde gewinnen?"

Eine Vielzahl europäischer, auch österreichischer Studien belegt eine zunehmende Politikverdrossenheit junger Menschen. Die Protestbewegungen in vielen europäischen Hauptstädten zeigen eine außergewöhnlich hohe Beteiligung junger Menschen, die auf die Straße gehen und ihrer Verzweiflung Luft verschaffen. "Es geht vorrangig um Chancen am Arbeitsmarkt, um Bildung und Ausbildung, aber auch um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und um Solidarität zwischen den Generationen. In all diesen Bereichen ist die Politik gefordert Lösungen zu finden", so Landesrätin Karin Scheele. Für Klubobmann Günther Leichtfried müssen daher zahlreiche Baustellen, die das Leben der Jugendlichen massiv bestimmen, endlich angegangen werden: "Es braucht eine Bildungsreform, die dazu führt, dass Jugendliche unserem Bildungssystem wieder vertrauen können. Derzeit wird ihnen das Bild vermittelt, dass ihre Abschlüsse und ihre Schulbildung nichts wert sind. Es braucht aber auch eine Diskussion, die die momentane Konsum-und Gewinnorientierung in Frage stellt, denn für die Jugend ist der Eintritt in die Gesellschaft heute fast ausschließlich durch Geldverdienen definiert, was in Zeiten knapper Arbeitsplätze problematisch werden kann."

Neben dem Vertrauensverlust der Jugendlichen in politische Entscheidungsträger sieht Scheele auch die zunehmende Individualisierung junger Menschen als Schwierigkeit, die Jugend als solche zu erreichen: "Die in den sechziger und siebziger Jahren vorherrschende Abfolge von Schule, dann Ausbildung, Erwerbsarbeit, Heirat, Kinder und schließlich Pension wird zunehmend abgelöst. Heute gibt es eine unglaubliche Bandbreite von Lebensformen und Lebensstilen. Die Jugend erscheint heute hochgradig individualisiert, und es ist schwieriger und komplexer geworden, sie dort abzuholen, wo sie sind."

Wichtige Impulse erhoffen sich daher Scheele und Leichtfried von der Jugendarbeit. "Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter sind manchmal die einzigen Erwachsenen, denen Jugendliche vertrauen. Sie sind Anlaufstelle für Probleme und bieten niederschwellige Hilfe. Gerade JugendarbeiterInnen haben einen direkten Blick auf die Herausforderungen und Problemstellungen der Jugendlichen und sollten daher PartnerInnen der Politik sein. Wir sind bemüht, unserer Verantwortung nachzukommen und in diesem Sinne steht auch die heutige Fachtagung", so Landesrätin Karin Scheele und Klubobmann Günther Leichtfried abschließend.

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