GPA-djp solidarisiert sich mit griechischen Energiegewerkschaftern

Zehn Kollegen drohen nach Protesten gegen Sparpaket mehrjährige Haftstrafen - Appell an griechische Regierung, Anklage fallen zu lasse

Wien (OTS/ÖGB) - Weil er sich als Präsident der griechischen ElektrizitätsarbeiterInnengewerkschaft GENOP beim staatlichen Elektrizitätsversorger DEI im November an gewerkschaftlichen Protestaktionen gegen die Sparpolitik der Regierung beteiligt hatte, landete Nikos Photopoulos auf der Anklagebank. Der Grieche und neun Kollegen, die sich mit dieser Aktion gegen die Einhebung einer neuen Sondersteuer über die Stromrechnung gewehrt hatten, wurden festgenommen, der Prozess gegen sie begann am 10. Jänner: Angeklagt wegen Hausfriedensbruchs und der Behinderung der Arbeit einer öffentlichen Einrichtung sowie des Widerstands gegen die Staatsgewalt drohen den Männern mehrjährige Haftstrafen.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), die neben zahlreichen anderen Branchen auch viele Beschäftigte in den österreichischen Energieversorgungsunternehmen organisiert, steht in voller Solidarität hinter Nikos Photopoulos und seinen Kollegen, die während der Aktion den Zutritt zum Rechenzentrum der öffentlichen Elektrizitätswerke DEI verwehrt hatten, um das Ausdrucken neuer Bescheide zu verhindern. "Die Gewerkschafter müssen sich nicht wegen krimineller Handlungen vor Gericht verantworten, sondern weil sie sich gegen einen Teil der verheerenden Sparauflagen gewehrt haben, die der Bevölkerung aufgezwungen werden", kommentiert GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katizan: "Der Einsatz von Polizei und Justiz als Antwort auf wachsende Proteste gegen die Sparpolitik einer Regierung steht in krassem Widerspruch zu allen demokratischen Regeln und Standards."

Die GPA-djp solidarisiert sich mit Photoupolos und seinen Kollegen. Die griechische Regierung wird aufgefordert, die strafrechtliche Verfolgung und Kriminalisierung von GewerkschafterInnen, die sich Sparmaßnahmen widersetzen, die den griechischen ArbeitnehmerInnen, ihren Familien und Gemeinden aufgezwungen werden, sofort zu beenden, ergänzt der internationale Sekretär der GPA-djp, Wolfgang Greif. "Wir schließen uns der dringenden Forderung der Gewerkschaften in Griechenland und ganz Europa an, alle Anklagen gegen GewerkschafterInnen sofort fallen zu lassen, die nichts anderes getan haben als das Recht auf Protest und das Recht auf Zugang zu unverzichtbaren öffentlichen Gütern zu verteidigen: Rechte, die in harten Zeiten von umso größerer Bedeutung sind", so Katzian und Greif abschließend.

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