ÖSTERREICH: Regierung über Konsequenzen nach TripleA-Verlust uneins

Faymann: "Es bleibt bei Einsparungen von 2 Milliarden." - Spindelegger: "Sparbedarf könnte sich verdoppeln."

Wien (OTS) - Wie die Tageszeitung ÖSTERREICH in ihrer Sonntag-Ausgabe berichtet, gibt es in der Regierung divergierende Meinungen über die Konsequenzen aus dem Verlust des Triple-A-Ratings für Österreich. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) spricht sich im ÖSTERREICH-Interview dagegen aus, das Sparpaket aufzustocken. Faymann: "Da bin ich dagegen, unser Sparprogramm ist klar vereinbart, es bleibt bei zwei Milliarden. Wenn man zu scharf kürzt, geht das entweder gegen die Ärmsten, gegen die Kaufkraft oder gegen die Investitionen, die wir für einen neuen Aufschwung brauchen."

Anderer Ansicht ist Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP). Ebenfalls im Interview mit ÖSTERREICH erkärt er: "Jetzt ist die Frage, wie die Märkte in den nächsten Wochen reagieren werden." Sollte Österreich tatsächlich zwei Milliarden für Zinsen aufbringen müssen, "würde sich", so Spindelegger, der Sparbedarf verdoppeln." Der Vizekanzler: "Dann müssten wir vier Milliarden einsparen." Für ihn sei die Abwertung zwar "nicht verständlich", man könne jetzt aber nicht sagen "böse Rating-Agentur und zur Tagesordnung übergehen".

Laut Bundeskanzler Werner Faymann werde das Sparpaket bis Ende Februar stehen. Faymann: "Bis dahin haben wir alle Sparpläne auf der Ausgabenseite und auch das Einnahmenpaket ferig ausverhandelt. Das ist der Plan und da sind wir sehr gut unterwegs. Wir sind deshalb so fleißig, weil Österreich mit den zwei Milliarden Konsolidierung aus allen Defizitverfahren der Regierung heraußen ist und künftig alle seine Entscheidungen eigenständig treffen kann."

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