PATRICK RAMPELOTTO. Adventures in Foam

MAK und Universität für angewandte Kunst Wien starten umfassende Kooperation ANGEWANDTE KUNST. HEUTE

Wien (OTS) - Mit einem experimentellen Ausstellungsprojekt des Designers Patrick Rampelotto starten das MAK und die Universität für angewandte Kunst Wien, die neue, umfassende Kooperation ANGEWANDTE KUNST. HEUTE. In "Adventures in Foam" (25. Jänner - 6. Mai 2012) forscht Rampelotto mit einem ungewöhnlichen Material -Polypropylenschaum - nach neuen Formen und Gestaltungsstrategien. Frei nach Claude Lévi-Strauss orientiert er sich am Begriff der "Bricolage", der "Bastelei", als nicht vorgezeichnetem Prozess mit möglichen Abweichungen und kommt zu höchst komplexen Resultaten:
Lampenschirmen, Sitzflächen, Gefäßen oder auch Skulpturen, die in "Adventures in Foam" bereits von ihm entwickelten Designobjekten gegenübergestellt werden.

Patrick Rampelottos Arbeiten sind klug, fein und vielschichtig; sie drängen sich nicht auf, sondern fordern bei ihren BetrachterInnen die Neugier und die Wahrnehmung subtiler Botschaften und Besonderheiten heraus. Anders als Designprodukte, die erst durch ihre Benutzung eine Funktion erfüllen, erzwingen Rampelottos Objekte keine Interaktion, sie laden ein und bieten an. Auch in "Adventures in Foam" lässt Rampelotto Raum für Assoziation und Inspiration, ohne den Anspruch auf ein marktfertiges Endprodukt zu erheben.

Anfang 2010 stieß Rampelotto auf den für seine aktuellsten Arbeiten verwendeten Polypropylenschaum: Er wird mit einer speziellen Maschine erzeugt, die von der Firma Hammerschmid Maschinenbau GmbH in der Nähe von Linz als Pilot zur Herstellung neuartiger Sandwichbauteile für die Maschinen- und Fahrzeugindustrie entwickelt und patentiert wurde. Das Material muss bei einer Temperatur von 140GradC binnen Sekunden verarbeitet werden, da es bei Abkühlung rasch erhärtet und formstabil wird. Als einzig bekannte Kunststoffart ist es schäumbar und zugleich lichtdurchlässig. Hammerschmid willigte ein, dem jungen Designer die Maschine samt Techniker zur Verfügung zu stellen. In Folge entwickelte Rampelotto gemeinsam mit seinem Kollegen Fritz Pernkopf den Prototypen für den Hocker pilot, mit einer Sitzfläche aus 3D-Polypropylen in Sandwichbauweise, der heuer auf der internationalen Möbelmesse in Mailand präsentiert und vom belgischen Label Quinze & Milan seriell produziert wird.

"Adventures in Foam" nahm Rampelotto zum Anlass, künstlerisch frei und abseits eines Produktnutzens mit Polypropylenschaum zu experimentieren. Rampelotto spricht von einer Art "Skizzieren", auf dessen Basis an der Entwicklung eines Produkts weitergearbeitet werden kann. Beispielsweise sieht er in einem für die Ausstellung entstandenen Lampenschirm Potenzial für eine Serienproduktion, bei der dennoch aufgrund der manuellen Herstellung jedes Objekt ein Einzelstück ergibt.

Viele Arbeiten Rampelottos, der eine strikte Trennung der Disziplinen ablehnt, oszillieren zwischen Designprodukt und Kunstobjekt. 1978 in Sterzing, Italien, geboren, studierte Rampelotto zunächst Jus und wechselte dann an die Universität für angewandte Kunst Wien. Während seines Industriedesign-Studiums (2000-2006) beschäftigte er sich mit den Materialien Glas, Silikon und Filz in Verbindung mit traditionellen Fertigungsmethoden und Hi-Tech-Produktion.

Aus den Schriften des französischen Anthropologen und Ethnologen Claude Lévi-Strauss bezieht er wesentliche Inspirationen für seine Arbeitsweise. In dessen Publikation Das wilde Denken (La pensée sauvage, 1962) stieß Rampelotto auf den Begriff der "Bricolage", den mitunter abwertend betrachteten Begriff des "Bastelns", den er nach seiner Tätigkeit bei der Designfirma EOOS und zahlreichen freischaffenden Entwurfs- und Ausstellungsprojekten nach wie vor als wichtigen Denkanstoß nennt. Ähnlich der Bricolage bei Lévi-Strauss verfolgt Rampelotto eine Designstrategie, in deren Rahmen auch ein Sich-Einlassen auf ein per se nicht zweckbestimmtes, experimentierendes Handeln möglich ist, das gerade durch seine Unmittelbarkeit und Unbestimmbarkeit des Ausgangs zu neuen Ideen und möglichen Lösungsansätzen führen kann.

Die Ausstellung "Adventures in Foam" begleitet Rampelotto mit einer filmischen Arbeit, die unterlegt mit Originalzitaten aus Das wilde Denken den Designprozess selbst thematisiert und einen Blick hinter die Kulissen der Produktion der Ausstellungsobjekte ermöglicht.

ANGEWANDTE KUNST. HEUTE
Mit der Ausstellungsreihe ANGEWANDTE KUNST. HEUTE soll eine Plattform für zeitgenössische Formen der angewandten Kunst und damit eine größere Sichtbarkeit für besonders interessante Positionen in Österreich lebender und arbeitender AbsolventInnen der Universität für angewandte Kunst geschaffen werden. Parallel dazu wird mit den Veranstaltungen "Kreativität sucht Politik" respektive "Kreativität sucht Wirtschaft" im Rahmen der gemeinsam durchgeführten Diskussionsreihe "Praxis. angewandt" insbesondere StudentInnen die Möglichkeit gegeben, konkrete, praxisbezogene Fragen zu stellen.

"Das MAK wird sich verstärkt für jüngere Generationen von Kreativen einsetzen. Es liegt auf der Hand, dass die Angewandte dabei die erste Adresse ist. Das MAK und die Angewandte haben nicht nur eine gemeinsame Geschichte, sondern sehen übereinstimmend in der angewandten Kunst wichtige Potenziale, den positiven Wandel unserer Gesellschaft voranzutreiben. Gemeinsam können wir ein zentrales offenes Forum am Stubenring werden, das den in Wien wieder verstärkt notwendigen internationalen Diskurs weiterentwickelt und neuartige Wege der Verschränkung zwischen künstlerischen Sparten aufzeigt und nutzbar macht", unterstreicht MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein die Relevanz der Zusammenarbeit.

Die Ausstellungsreihe ANGEWANDTE KUNST. HEUTE sieht jährlich drei Ausstellungen vor. Die Diskussionsreihe "Praxis. angewandt" startet mit den ersten Veranstaltungen im Herbst 2012. Details zu den weiteren beiden Ausstellungsprojekten dieses Jahres werden bei der Pressekonferenz am 24. Jänner 2012 bekannt gegeben.

Bildmaterial zur Ausstellung "PATRICK RAMPELOTTO. Adventures in Foam", sowie Statements von Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien und Kuratorin Marlies Wirth stehen unter MAK.at/presse zum Download bereit.

PRESSEKONFERENZ:
Dienstag, 24. Jänner 2012, 10.30 Uhr
MAK-Studiensammlung Möbel, Stubenring 5, 1010 Wien
Zu Ausstellung und Kooperation:
Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK
Gerald Bast, Rektor Universität für angewandte Kunst Wien
Marlies Wirth, Kuratorin MAK
In Anwesenheit von Patrick Rampelotto

Eröffnung: Dienstag, 24. Jänner 2012, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 25. Jänner - 6. Mai 2012
Öffnungszeiten: Di 10.00-22.00 Uhr, Mi-So 10.00-18.00 Uhr.
Jeden Dienstag 18.00-22.00 Uhr Eintritt frei.
MAK-Eintritt: Euro 9,90 mit MAK-Guide / Euro 7,90 / ermäßigt Euro 5,50

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