SP-Wagner zu Kontrollamtsbericht: Der Kinderwunsch darf nicht der Geschäftemacherei dienen

Wien (OTS/SPW-K) - "Der heute veröffentliche Kontrollamtsbericht über die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen im Wiener Krankenanstaltenverbund zeigt deutlich ein Problem auf, mit dem die ganze Gesundheitsversorgung in Österreich zu kämpfen hat. Es gibt einen klaren Trend zu Mehrlingsschwangerschaften auf Grund von künstlicher Befruchtung in Österreich. Hier profitieren einige wenige Wirtschaftsunternehmen vom Kinderwunsch von Paaren. Wenn aber im Rahmen der Schwangerschaften Probleme auftreten, sind es die öffentlichen Gesundheitsanbieter, die für die Gesundheit aller Betroffenen sorgen", erklärte heute, Freitag, der Vorsitzende des Gesundheits- und Sozialausschusses, SPÖ-Gemeinderat KR Kurt Wagner. "Der Kinderwunsch darf nicht der Geschäftemacherei dienen." Die Zahl von Zwillingsgeburten verblieb im AKH Wien seit 2007 auf Werten zwischen 171 und 179, die Zahl höhergradiger Mehrlingsgeburten stieg von 6 auf zuletzt 10 an und verzeichnete 2009 einen Höchststand von 14. "Was nominal wenig klingt, ist ein Anstieg auf zuletzt 167 Prozent des Wertes von 2007", so Wagner. *****

Im Kontrollamtsbericht werde deutlich, dass die Zahl der Geburten im AKH Wien in den Jahren 2007 bis 2010 von 2.768 auf 2.402 gesunken sei - die Zahl der Kaiserschnitte im Haus auf der Höhe von 1.172 bis zuletzt 1.191 verblieb. Die Sectiorate stieg damit von 42,3 Prozent auf 49,6 Prozent im Jahr 2010. In den anderen städtischen Spitälern bewegte sich der Anteil der Kaiserschnitte an allen Geburten zuletzt zwischen 18,3 Prozent im Donauspital und 29,8 Prozent in der Rudolfstiftung. Aktuell arbeite die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte an der Darstellung der Gesamtsituation der Sectiorate in den Wiener Krankenhäusern.

Wagner verwies auf einen Problembereich, der vom Kontrollamtsbericht aufgezeigt wurde: Das Wahlhebammenprojekt in der Wiener Semmelweisklinik habe im Prüfungszeitraum nicht über eine ausreichende Rechtsgrundlage verfügt. Überdies verwies das Kontrollamt auf die negative Optik, wenn Wahlhebammen als Bedienstete der Stadt Wien an ihrem Dienstort einer Nebenbeschäftigung nachgingen.

Im AKH Wien wurde - bezogen auf so genannte Vollzeitäquivalente - die höchste Zahl an Geburten pro Hebamme gemessen. Dies konnte aber auf die hohe Zahl an unbesetzten Dienstposten für Hebammen zurückgeführt werden - und zeigte sich nicht als Systemfehler. Zur Frage der Dienstzeiten der Hebammen fand das Kontrollamt heraus, dass es in einigen Fällen zu Überschreitungen innerhalb des Stichprobenmonats August in den Jahren 2007 bis 2010 gekommen sei. In den meisten der insgesamt 21 Fälle von Überschreitungen der Tagesarbeitszeit handelte es sich um solche im Ausmaß von deutlich weniger als einer Stunde. Bei den Überschreitungen der Wochenarbeitszeit lagen die meisten der 32 Fälle in einer Bandbreite von 0,50 bis 1,25 Stunden. Wagner betonte, hier könne man besser werden. Kritisch beurteilte der Ausschussvorsitzende auch die Geschichte der Ausschreibungen von Führungspersonal im Hebammenbereich des AKH Wien. Mittlerweile habe allerdings eine Oberhebamme ihren Dienst angetreten.

"Als Sozialdemokrat freut es mich, dass das Kontrollamt letztlich aber deutlich ausführt, dass der KAV als Unternehmung der Stadt Wien schon bisher für Hebammen über eine hohe Attraktivität als Dienstgeberin verfügte, die durch die zuletzt vorgenommenen Verbesserungen bei deren Einkommenssituation unzweifelhaft noch weiter erhöht werden konnte", schloss Wagner. (Schluss)

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