Kothgasser: Diskussion um Kirchenreform braucht Blick auf Konzil

Salzburger Erzbischof hofft auf intensive Beschäftigung mit den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils im "Jahr des Glaubens"

Salzburg, 12.01.12 (KAP) Zur verstärkten Auseinandersetzung mit den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils angesichts der Wünsche nach einer Kirchenreform hat der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser aufgerufen. Das Zweite Vaticanum von 1962 bis 1965 sei ein "unglaubliches Reformgeschehen der katholischen Kirche" gewesen, so Kothgasser in einem Interview für das Salzburger "Rupertusblatt"; auch nach 50 Jahren werde die Auseinandersetzung damit weiterhelfen. "Dem dringlichen Wunsch nach Reform kann begegnet werden, sofern wir uns einzeln und als Gemeinschaft neu in den Spuren des Konzils auf den Weg machen in eine Zukunft, die Gott für uns bereitet und begleitet."

Ausdrücklich verwies der Erzbischof auf die in der vergangenen Woche von der römischen Glaubenskongregation veröffentlichte Erklärung zum bevorstehenden "Jahr des Glaubens" in der katholischen Kirche. Die Note enthalte "hervorragende Hinweise und sehr konkrete Anstöße" zur Auseinandersetzung mit den zentralen Themen des Konzils.

In einer zunehmend säkularen Welt hätten Christen einen missionarischen Auftrag, betonte Kothgasser: "Die sinngebende Botschaft unseres christlichen Glaubens ist unverzichtbar in einer Welt, die trotz unzähliger Zeichen des Widerspruchs oder gar der Ablehnung Gottes ihn auf unerwarteten Wegen sucht und schmerzlich spürt, dass sie seiner bedarf." Im Sinn einer "wirklichen geistigen Erneuerung" solle jeder Christ das eigene Christsein ernst nehmen und seine Lebensbeziehungen aus einer "tiefen persönlichen Gottesbeziehung heraus" gestalten.

Wie vom Konzil angestoßen, würden Pfarren, Klöster und geistliche Gemeinschaften auch in Zukunft "die grundlegenden Biotope und Ausstrahlungsorte der evangelisierenden, dialogbereiten und missionarischen, diakonischen Kirche für die Begegnung mit Bildung, Wirtschaft, Politik, Religionen, Kunst und Kulturen sein", hielt der Salzburger Erzbischof fest.

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