Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK 2011: 43 Insolvenzen pro Werktag

Über 10.800 insolvente Privatpersonen

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsolvenzstatistik für das Gesamtjahr 2011 zeigen einen weiteren Anstieg der insolventen Privatpersonen: Über 10.800 zahlungsunfähige Private bedeuten ein Plus von 5,5%. Während die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren dabei um 6,4% auf 9.582 Verfahren gestiegen ist, sind die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzanträge um 1,0% auf 1.279 Verfahren zurückgegangen. Die Insolvenzursachen liegen hauptsächlich im falschen Umgang mit Geld:
79% der von Creditreform befragten Gläubiger sehen darin den Grund für die Zahlungsunfähigkeit bzw. Überschuldung. Gut ein Drittel der Insolvenzen ist auf gescheiterte Selbstständige zurück zu führen. Hauptgläubiger sind Banken, Leasingunternehmen und Telekommunikationsunternehmen. Die durchschnittliche Verschuldung liegt bei rund 80.000 Euro.

Bundesländervergleich: 16 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfähig/überschuldet, Wiener am stärksten betroffen

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass in Niederösterreich (+18,0%), in Kärnten(+8,1%) und in Vorarlberg (+7,9%) die Insolvenzen am stärksten angestiegen sind. Hingegen ist in Tirol (-5,3%), im Burgenland (-5,1%) und in Salzburg (-1,6%) die Anzahl der Insolvenzverfahren gesunken. Mehr als ein Drittel aller Privatinsolvenzen finden in der Bundeshauptstadt statt: 4.103 Insolvenzen bedeuten ein Plus von 5,4%. Die Wiener sind auch fast doppelt zu häufig von Insolvenzen betroffen als der Österreichweite Durchschnitt. Mehr als 30 von 10.000 erwachsenen Wienern wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen 16 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 2011

Die seit 1995 vorhandene Möglichkeit der Entschuldung von Privatpersonen wird jedes Jahr verstärkt wahrgenommen. Dank der professionellen Arbeit der bevorrechteten Schuldnerberatungen kommen immer mehr Personen in stets kürzerer Zeit zur Beratung und dann zur Beantragung der Insolvenz. Hinzukommt, dass nach unterschiedlichen Schätzungen die Anzahl der tatsächlich insolventen Personen zwischen 150.000 und 300.000 liegt. Somit ist - ungeachtet der kommenden Sparpakete - mit einem weiteren Anstieg der Privatinsolvenzen auch 2012 zu rechnen.

Reformüberlegungen über eine Verkürzung der Entschuldungsdauer und Aufweichung der Billigkeitsgründe für eine vorzeitige Entschuldung sind aus Gründen der Generalprävention wie auch des Gläubigerschutzes solange eine Absage zu erteilen, als eine weitere Verringerung der Quoten für die Gläubiger zu befürchten ist. Schon jetzt bezahlen Gläubiger - und damit durch die Risikoaufschläge auch alle redlichen Konsumenten und Steuerzahler - rund 75% der Entschuldung, indem Sie bei Zahlungsplänen auf diesen hohen Anteil ihrer Forderungen verzichten und diesen abschreiben müssen. Dazu Rainer Kubicki, Geschäftsführer von Creditreform: "Es ist immer zu bedenken, dass die Gläubigerunternehmen ja ihren Teil des Vertrages mit dem Schuldner eingehalten und vereinbarungsgemäß geliefert und geleistet haben. Jeder Forderungsverlust durch das (teilweise) Nichtbezahlen der Schuld erhöht das eigene Insolvenzrisiko der Unternehmen. In Hinblick auf die schwarzen Wolken am Konjunkturhimmel sollte man dies nicht außer Acht lassen."

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Mag. Gerhard M. Weinhofer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG
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