EU-Bischöfe warnen vor Auseinanderbrechen der Eurozone

Europa brauche mehr Integration, um kommende Herausforderungen zu meistern

Brüssel, 11.01.12 (KAP) Die EU-Bischofskommission ComECE warnt vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone und will eine neue Stufe der Integration. Auf der jetzigen Integrationsstufe werde es der EU nämlich nicht gelingen, die vor Europa liegenden Herausforderungen zu meistern, erklärte der ComECE-Vizepräsident und Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx in einem neuen Dokument der EU-Bischofskommission zur sozialen Marktwirtschaft.

Ein Scheitern der Währungsunion würde auch die Errungenschaften des gemeinsamen Marktes infrage stellen. Dieses Kernstück dürfe aber nicht aufgegeben werden. Der europäische Binnenmarkt werde oft gescholten, so Marx. Er habe aber entscheidend dazu beigetragen, dass die europäischen Nationen Frieden hätten und ihre Bürger Freiheit und Wohlstand genießen konnten.

In der ComECE-Erklärung, die am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Brüssel vorgestellt werden soll, fordern die EU-Bischöfe eine stärkere Orientierung der Wirtschaft am Gemeinwohl. Menschen dürften nicht auf ihre Rolle als Produzenten oder Konsumenten reduziert werden. Der Markt dürfe nicht in alle Lebensbereiche vordringen. Nicht nur die Staaten, sondern auch die Verbraucher hätten die Pflicht, dem Markt Grenzen zu setzen.

Die EU-Bischöfe plädieren unter anderem für bessere Gesetze und Regeln für den globalen Finanzmarkt. Aufsicht und Regulierung des Finanz- und Bankensektors bräuchten besondere Aufmerksamkeit.

Nötig sei aber auch eine Überprüfung des Wertesystems, das als Grundlage diene: "Eine einseitige Ausrichtung der Wirtschaft auf Gewinnmaximierung ist verfehlt", schreiben die EU-Bischöfe. Zu ihren konkreten Forderungen gehört, Managergehälter stärker an den langfristigen Erfolg von Investitions- und Kreditentscheidungen zu knüpfen und dabei Obergrenzen einzuhalten.

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