Mikl-Leitner zu Einkommen: Silberstreif am Horizont bei Karenzzeiten

Massive Schlagseite beim Einkommen von Frauen und Männern - Anrechnung der Karenzzeiten sorgt für Verbesserung

Wien (OTS) - Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern klafft in Österreich nach wie vor weit auseinander - sogar noch deutlicher als im europäischen Durchschnitt. Wir müssen die strukturellen Probleme in den Gehaltsystemen, die eine dauerhafte Benachteiligung der Frauen zur Folge haben, beseitigen", so ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner, "ein Ansatzpunkt dabei ist die Anrechnung der Karenzzeiten bei den Gehaltserhöhungen."

Viele Kollektivverträge enthalten automatische Gehaltsanpassungen. Dadurch bekommen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer regelmäßig eine Gehaltserhöhung. Urlaub, Krankengeld, Präsenzdienst oder Pflegefreistellung werden dabei angerechnet, die Abwesenheit bei Karenz oftmals aber nicht.

"Das ist ungerecht, vor allem gegenüber Frauen, denn sie sind es, die die Karenz überwiegend in Anspruch nehmen. Durch die Nichtanrechnung werden Frauen oft ihr ganzes Berufsleben gehaltsmäßig schlechter gestellt", so Mikl-Leitner. Und das hat wiederum auch Auswirkungen auf die Pensionshöhe. In manchen Kollektivverträgen wurde diese Ungerechtigkeit im letzten Jahr beseitigt, was Mikl-Leitner als "Silberstreif am Horizont" bezeichnet, der "für eine weitere Angleichung der Einkommen sorgen wird. Ziel ist es, diese Anrechnung in allen Kollektivverträgen zu verankern!" betont Mikl-Leitner.

"Es gilt das Bewusstsein zu schärfen, dass Frauen einen wesentlichen Anteil an der Gesellschaft haben. Die Bekämpfung von geschlechtsspezifischen Lohnungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt ist ein Gebot der Stunde. Im 21. Jahrhundert sollte dieses eigentlich nicht mehr von Nöten sein, dennoch muss auf Missstände aufmerksam gemacht werden, die immer noch nicht aus dem Weg geräumt wurden. Das Schließen der Gehaltsschere und damit der Pensionsschere ist wesentlich für eine funktionierende Gleichstellungspolitik. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dabei eine der zentralen Herausforderungen", betont die ÖAAB-Bundesobfrau.

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