Schwentner: Gleichbehandlungsgesetz noch heuer nachschärfen

Grüne fordern mehr Tempo bei der Gleichstellung

Wien (OTS) - "Mit dem derzeitigen Schneckentempo bei der Gleichstellung werden es die Fraueneinkommen nie auf die Überholspur schaffen. Angesichts der gewaltigen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern brauchen wir nicht einen Spaziergang der kleinen Schritte, da muss der Laufschritt einlegt werden. Frauenministerin Heinisch-Hosek muss noch heuer an einer Nachschärfung des Gleichbehandlungsgesetzes arbeiten", kommentiert Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, die heute veröffentlichten neuen Daten der Statistik Austria.

Diese zeigen, dass Arbeitnehmerinnen im Jahr 2010 um 31,1 Prozent, also um fast ein Drittel, weniger verdient haben als ihre männlichen Kollegen. Ein Grund für den Einkommensunterschied ist die hohe Teilzeitquote, denn fast jede zweite Frau ist Teilzeit beschäftigt. Schwentner fordert deshalb: "Damit auch teilzeitbeschäftigte Frauen eine Chance auf einen Vollzeitjob bekommen, braucht es ein gesetzliches Rückkehrrecht in Vollzeit. Teilzeitbeschäftigte sollen bei betriebsinternen Bewerbungen für Vollzeitstellen bevorzugt werden".

Schwentner fordert bei der Gleichberechtigung gesetzliche Verpflichtungen anstatt freiwillige Selbstverpflichtungen. Diese bringen laut Schwentner wenig bis nichts. "Erst seit Betriebe mit Verwaltungsstrafen bedroht werden können, beginnen sie Gehaltsangaben bei Stellenausschreibungen anzugeben", sagt Schwentner. "Die 2011 eingeführten Einkommensberichte sind ebenfalls eine freiwillige Übung für die Betriebe. Es überprüft niemand, ob diese Berichte überhaupt erstellt werden und was anschließend damit geschieht. Wenn Männer und Frauen ungleich bezahlt werden, braucht es Konsequenzen. Unternehmen sollen zur Erstellung von Frauenförderplänen verpflichtet werden", fordert Schwentner.

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